Archäologen graben am Tietz

Beginn Ehemaliger Parkplatz wird großes Untersuchungsfeld

Der Kahlschlag auf dem Tietz-Parkplatz ist nun schon ein paar Wochen her. Eine Reihe von Bäumen wurde gefällt, das Parken für PKW ist nicht mehr gestattet. Am Donnerstag begannen nun die archäologischen Ausgrabungen auf der ehemaligen Parkplatzfläche vor dem Kulturkaufhaus. Die Grabungen sind nötig, da die Hansa Real Estate Beteiligungs AG Wohn- und Geschäftseinheiten sowie ein Hotel auf der etwa 7000 Quadratmeter großen Fläche errichten will.

Das Team des Landesamts für Archäologie Sachsen besteht aus einem Archäologen, einem Grabungstechniker und fünf Arbeitern und will für zirka sechs Monate auf dem Areal tätig sein. Das Landesamt plant, im Verlauf der Grabungen öffentliche Führungen für die Bürgerinnen und Bürger anzubieten.

Das Areal des Tietz-Parkplatzes lag bis ins 18. Jahrhundert außerhalb der befestigten Stadt zwischen dem äußeren Umfassungsgraben und der Johanniskirche. "Schon unsere beiden vergangenen Ausgrabungen in Chemnitz, die 2018 und 2019 durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass in solchen außerstädtischen Lagen bevorzugt Handwerksbetriebe angesiedelt waren. Auch auf der neuen Fläche sind solche Strukturen zu erwarten", informiert das Landesamt für Archäologie. Aufgrund der Nähe zur Johanniskirche sei aber auch nicht ausgeschlossen, hier die Reste einer frühen vorstädtischen Ansiedlung anzutreffen.