Auf "Mission Titelverteidigung" in Abu Dhabi

Handwerk Lukas Heyn will bei der Berufe-WM Gold holen

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Lukas Heyn (r.) Foto: Toni Söll

Eine intensive Vorbereitung inklusive Mentaltraining, beim Wettbewerb dann an einen ausgewogenen Schlafrhythmus denken, gemäßigt Essen, dafür mehr trinken - und Partys sind natürlich tabu. Wer an dieser Stelle an das Erfolgsrezept einer Fußballmannschaft bei der Weltmeisterschaft denkt, der irrt - zumindest teilweise.

Denn in der Tat handelt es sich um die Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft, genauer gesagt auf die sogenannten Worldskills im Handwerk. Lukas Heyn heißt der junge Mann, der sich gemeinsam mit Trainer André Schnabel so diszipliniert auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Der Anlagenmechaniker ist einer von 42 deutschen Teilnehmern, die kommende Woche zum Austragungsort Abu Dhabi fliegen. Die Mission des einzigen Sachsen im Kader: "Natürlich will ich Weltmeister werden."

Die Besten der Besten aus der ganzen Welt

Rund 1.300 der Weltbesten ihres Berufsfaches aus 77 Ländern wetteifern vom 14. bis 19. Oktober um insgesamt 51 WM-Titel. "Das wird kein Zuckerschlecken", weiß André Schnabel, der Lukas Heyn in den letzten Monaten für die Worldskills fit machte. Für den Nationaltrainer beginnt mit der Reise nach Abu Dhabi die "Mission Titelverteidigung". Schließlich führte der Goldtrainer vor zwei Jahren bereits Nathanael Liebergeld aus Aue aufs Siegertreppchen.

"Wir haben mit Lukas jemanden gefunden, der sich erneut gegen die große Konkurrenz durchsetzen kann", ist sich Schnabel sicher. Dabei spiele nicht nur Talent eine große Rolle, denn auch mit Zeitdruck und dem Arbeiten vor Publikum müsse man erst einmal klarkommen. Das ist allerdings kein Neuland für Lukas Heyn, der bereits im Vorfeld der WM-Qualifikation Erfahrungen und Erfolge bei Meisterschaften sammeln konnte.

"Es war für mich vorher unvorstellbar, dass ich in meinem Beruf überdurchschnittlich gut bin", sagt der 21-Jährige. In diesem Jahr durfte er sogar internationale Wettbewerbsluft schnuppern. "In einem Einladungsturnier in China, vergleichbar mit einem Confed Cup, konnten wir schon überzeugen und noch dazu wettbewerbsnahe Stresssituationen simulieren."

Apropos Simulation:

Für eine optimale Vorbereitung baute der Hartensteiner sogar die Trainingswand der Weltmeisterschaften nach, an der in Abu Dhabi vier Tage lang für jeweils sechs Stunden die Prüfungsaufgaben bewältigt werden müssen. "Winzige Abweichungen entscheiden über Sieg oder Niederlage. Da sollte man optimal vorbereitet sein", so der Goldanwärter, der bei seiner gestrigen Verabschiedung in der Chemnitzer Handwerkskammer alles andere als aufgeregt wirkte. "Alles Kopfsache", schmunzelte Lukas Heyn, der im selben Atemzug seinen Geheimtipp für den Wettbewerb verriet: "Getrocknete Bananenscheiben. Die liefern schnelle Energie."