Aus der Industrie in den sozialen Bereich

Ehrenamt Dave Wohllebe ist Erzieher in spe und arbeitet als Freiwilliger beim KJF

Es ist nie zu spät, seinen beruflichen Lebensweg noch einmal vollkommen neu zu gestalten - auch nach 20 Jahren nicht. Dave Wohllebe hat den Schritt gewagt. Der 39-Jährige ist gelernter Maschinist für Kraftwerksanlagen, jetzt will er Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg unterstützend begleiten. Fehlende Perspektiven in der Industrie hatten ihn zum Handeln animiert. "Auf 1-Euro-Basis schnupperte ich zunächst im Kinder- und Jugendhaus Compact, einer Einrichtung des Vereins Kinder, Jugend- und Familienhilfe e.V. Chemnitz, in die soziale Arbeit", erzählt Dave Wohllebe. "Anschließend habe ich ein halbes Jahr eine Wohngruppe für verhaltensauffällige Kinder betreut. Das hat meinen Wunsch zur beruflichen Umorientierung gefestigt." Mittlerweile absolviert er eine Ausbildung zum Erzieher bei der Sächsischen Sozialakademie, einem Netzwerkpartner des Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e.V. (KJF). Nebenbei hilft er weiterhin ehrenamtlich im "Compact" mit, wo er gleichzeitig Erfahrungen für seine künftige Aufgaben als Erzieher sammelt. "In erster Linie betreue ich verschiedene Angebote und versuche, den Jugendlichen stets ein offenes Ohr zu bieten. Beim Dienst an der Bar kommt man am besten mit dem Nachwuchs ins Gespräch", schmunzelt Dave. "Statt Alkohol gibt es aber Cola und Gummibärchen." Die Einrichtung kenne er noch aus vergangenen Zeiten, als er im ehemaligen "Bunker" regelmäßig zur Disko ging. "Freiwillige arbeiten gerne in Einrichtungen, zu denen sie auch eine Bindung haben", weiß Stephanie Heidrich, Fachbereichsleiterin Jugendarbeit des KJF. An Ehrenamtlern schätzt sie vor allem den objektiven Blick von außen.