Ausstellung in Chemnitz: Ukrainische Kinder zeigen ihre Hoffnung in bewegenden Gemälden

36 Bilder von Kindern aus kriegsbetroffenen Gebieten der Ukraine sind bis Anfang Oktober in der St.-Jodokus-Kirche zu sehen. Zum Tag des offenen Denkmals werden die Werke zudem in einer besonderen Tanzperformance lebendig.

Chemnitz

In der St.-Jodokus-Kirche im Chemnitzer Stadtteil Glösa, Kirchberg 4, in 09114 Chemnitz ist derzeit eine besondere Ausstellung zu sehen. Insgesamt 36 Gemälde von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen vier und 16 Jahren sowie vier Werke ihrer Kunstlehrer laden Besucher dazu ein, einen bewegenden Blick auf die Lebenswelt junger Menschen aus der Ukraine zu werfen.

Bilder im Kriegsjahr 2024 entstanden

Die Bilder entstanden überwiegend während eines Ferienaufenthaltes im Jahr 2024 in Chemnitz. Damals verbrachten Kinder und Jugendliche aus vom Krieg betroffenen Regionen der Ukraine im Rahmen der Interkulturellen Wochen und auf Einladung der Stadt Chemnitz unbeschwerte Ferientage in der Stadt. Einige der Kunstwerke wurden später ergänzt.

Junge Künstler zurück in Heimat - Verbindung bleibt

Die jungen Künstler kehrten nach ihrem Aufenthalt wieder in ihre Heimat zurück. Den Kontakt zu ihnen hält bis heute Alla Vynohradna, die in Chemnitz ein künstlerisches Projekt für ukrainische Kinder und Jugendliche betreut, die vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet sind. Dabei begleitet sie die jungen Menschen beim Malen, Theaterspielen und Tanzen.

Koordinatorin für Flüchtlingsarbeit mit einer Idee

Die Idee, die Werke in der Glösaer Kirche zu präsentieren, entstand bereits vor einiger Zeit. Auf Anfrage der Koordinatorin für Flüchtlingsarbeit des Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirks Chemnitz, Britta Mahlendorff, sollte die Ausstellung ursprünglich schon früher gezeigt werden. Damals ließ sich das jedoch nicht realisieren. Für die Saison der „Offenen Kirche“ 2026 konnte das Vorhaben schließlich umgesetzt werden.

Tanzprojekt lässt die Bilder lebendig werden

Ein besonderer Höhepunkt erwartet Besucher am Tag des offenen Denkmals am 13. September. Unter dem Titel „Bilder einer Ausstellung“ präsentieren nach Chemnitz geflüchtete ukrainische Kinder eine eigens entwickelte Tanzperformance.

Mit fantasievollen Kostümen stellen sie Motive einzelner Gemälde nach. Die jungen Tänzer beginnen ihre Darstellung jeweils direkt vor dem entsprechenden Bild, bewegen sich anschließend tanzend zum Altarraum und erzählen auf Deutsch mit wenigen Worten von ihren Träumen, ihrer Sehnsucht nach Glück und ihrem Wunsch nach Frieden. Die Aufführung dauert rund 15 Minuten.

Ein Kirchenfenster wird selbst zum Kunstwerk

Besonders bewegt hat die Organisatoren ein Gemälde, das erst nach der Planung der Ausstellung entstand. Es zeigt das farbenprächtige Glasfenster der St.-Jodokus-Kirche mit Motiven aus dem Leben des Heiligen Jodokus.

Alla Vynohradna fotografierte das Kirchenfenster bei ihrem ersten Besuch im Mai 2026 und schickte das Bild in die Ukraine. Dort entstand daraus ein neues Gemälde, das inzwischen Teil der Ausstellung geworden ist – eine eindrucksvolle Verbindung zwischen Chemnitz und der Ukraine.

Ausstellung bis Anfang Oktober geöffnet

Die Ausstellung ist noch bis Anfang Oktober 2026 in der St.-Jodokus-Kirche in Chemnitz-Glösa zu sehen. Besichtigt werden kann sie im Rahmen der „Offenen Kirche“ jeweils samstags von 15 bis 17 Uhr, sonntags nach den Gottesdiensten sowie am Tag des offenen Denkmals am 13. September ab etwa 15.30 Uhr. Besucher erwartet eine Ausstellung, die eindrucksvoll zeigt, wie Kinder ihre Erlebnisse, Hoffnungen und Friedenswünsche mit Pinsel und Farbe ausdrücken.

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