Automatisierte Zugfahrt: Weichen sind gestellt

Forschung Fördermittel für einzigartiges Projekt der TU Chemnitz

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Das Hauptgebäude der TU Chemnitz an der Straße der Nationen 62. Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Thieme

Bewegen wir uns bald hoch automatisiert, wenn wir im Zug von A nach B fahren? Das klingt zunächst nach Science Fiction, doch die Weichen in Richtung Realität sind nunmehr gestellt: Denn mit zahlreichen Partnern wie Siemens , Deutsche Bahn, Eisenbahn-Bundesamt, TU Dresden sowie dem Freistaat Sachsen bewarben sich die Stadt Annaberg-Buchholz und die TU Chemnitz mit einem einzigartigen Modellprojekt für den Zuschlag um Fördermittel.

Ökologisch und hochautomatisiert

Unter der Überschrift "Smart Rail Connectivity Campus" sollen hoch automatisiertes Fahren auf Normalspurgleisen der Bahn im Erzgebirge sowie ökologisches Fahren - insbesondere mit hybriden Antrieben - weiter erforscht werden. Die Herausforderungen sind enorm: Beim automatisierten Zugbetrieb spielen die Themen Kontrolle, Sicherheit und Überwachung der Trasse eine entscheidende Rolle. Wichtig ist auch, dass Personen, Signale, Umgebung und Bahnhöfe interaktiv erkannt werden.

Idee ist unter den besten 32 Vorhaben der Region

Dazu sind unter anderem leistungsfähige Computer, Sensoren, Kameras und Schnittstellen notwendig. Mit der Strecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg steht eine Trasse für Testfahrten zur Verfügung. Seit vergangener Woche wird der Zugbetrieb der Erzgebirgsbahn durch ein digitales Stellwerk vollautomatisch gesteuert. Die erste große Hürde ist bereits genommen: Die Projektidee wurde im Programm "WIR!- Wandel durch Innovation in der Region" unter mehr als 100 Vorschlägen in die Liste der besten 32 Vorhaben aufgenommen.

Erste Fördergelder in Höhe von 200.000 Euro sollen in ein detailliertes Konzept fließen. Schafft es das Projekt im Herbst unter die besten Zwölf, ist mit einem Zuschlag von fünf bis acht Millionen allein in den ersten beiden Jahren zu rechnen.