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Bürger gehen für Hebammen auf die Straße

Aktion Eltern protestieren für Rechte der Geburtshelferinnen

Es war ein meterlanger Zug an Menschen, der sich am Montagnachmittag vom Kaßberg in Richtung Stadtzentrum bewegte. Hunderte vor allem junger Frauen und Männer mit kleinen Kindern protestierten für eine weitere freiberufliche Arbeit der Hebammen. Mit Plakaten, auf denen unter anderem "Ohne Hebammen sieht Chemnitz noch älter aus" stand und Sinnbildern, wie ein Storch am Galgen, machten die Bürger ihren Unmut über die teureren Haftpflichtversicherungen für Hebammen deutlich. "Es isteine Frechheit, wie die Politik mit diesen Frauen umgeht", kritisierte Eva-Maria Müller. Die 38-Jährige hat zwei Kinder zur Welt gebracht und nahm jeweils die Dienste einer freien Hebamme in Anspruch. "Sie hat mich damals umfassend und liebevoll betreut. Gerade in der Anfangszeit ist diese Betruung für frischgebackene Mütter ein Segen", erzählte Eva-Maria Müller.

Freiberufliche Hebammen ermöglichen Geburten außerhalb eines Krankenhauses, wie zum Beispiel im Chemnitzer Geburtshaus auf dem Kaßberg. Wenn ihr Beitrag zur Berufs-Haftpflichtversicherung steigt, rechnet sich ihre Arbeit immer weniger. "Von aktuell 4242 Euro sollen wir ab Mitte 2015 auf 6000 Euro Jahresbeitrag hochgestuft werden", erläuterte Anett Schmid vom Geburtshaus. Um die 100 Babys müsste sie im Jahr mehr auf die Welt bringen, um diese Erhöhung wieder auszugleichen.

Bei einer bundesweiten Protestaktion sollte am Montag die "längeste Nabelschnur" Deutschlands mit Babyfotos und Ultraschallbildern entstehen.