"Bald wieder 250.000 Einwohner"

Rückblick 2015 Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zieht Bilanz

Eine insgesamt positive Bilanz für 2015 zog Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig gestern beim letzten Pressegespräch des Jahres. Anlass zur Freude gebe in erster Linie die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Noch vor ein paar Jahren habe niemand mit einer Arbeitslosenquote von deutlich unter zehn Prozent rechnen können. Auch auf dem Ausbildungsmarkt übersteige gegenwärtig das Angebot deutlich die Nachfrage. So habe derzeit jeder Chemnitzer Schulabgänger die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu absolvieren, niemand sei gezwungen, deswegen die Stadt zu verlassen. Das trage mit zur positiven Bevölkerungsentwicklung bei. Entgegen dem bundesweiten Trend steigt die Zahl der Chemnitzer Einwohner seit fünf Jahren kontinuierlich. Auch aufgrund der überdurchschnittlichen Geburtenrate wird die Stadt bald wieder 250.000 Bewohner zählen. Wermutstropfen gab es allerdings auch zu verdauen. Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland treffe besonders den exportierenden Chemnitzer Maschinenbau. Zwar bemühten sich die Unternehmen um alternative Absatzmärkte, trotzdem sei ein leichter Rückgang der Einnahmen aus den Gewerbesteuern zu verzeichnen. "Das spüren wir natürlich", so die Oberbürgermeisterin, "wichtiger ist im Moment aber, dass die Arbeitsplätze erhalten werden". Die günstige Situation auf dem Arbeitsmarkt erlaube es auch, Flüchtlinge besser zu integrieren. Rund 900 waren es im Jahr zuvor, 2015 kamen etwa 2.000 hinzu. Dank GGG und engagierter privater Vermieter wurden 90 Prozent dezentral in Wohnungen untergebracht. Als Höhepunkte 2015 bezeichnete die Oberbürgermeisterin neben den Jubiläumsfeiern zur Umbenennung von Karl-Marx-Stadt in Chemnitz sowie zur deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren die Baumaßnahmen am Brühl, wo ab kommendem Jahr der Boulevard in Angriff genommen wird und den Umbau der alten Aktienspinnerei zur Zentral-Bibliothek der TU. Baumaßnahmen stehen auch im kommenden Jahr an. Mitte Januar soll der erste Spatenstich für das neue technische Rathaus im sogenannten "Conti-Loch". Bis zum Jahresende 2017 soll hier die Stadtverwaltung einziehen. Zum Ende der Winterferien, am 22. Februar steht auch für die Schüler der Chemnitzer Körperbehindertenschule der Umzug in ihren neuen Schulkomplex, den "Terra Nova Campus" in der Heinrich-Schütz-Straße an. Die Gebäude am bisherigen Standort Wittgensdorfer Straße, wo künftig die Grundschule Borna residiert, werden ab April 2016 komplett saniert. Die Baukosten betragen rund acht Millionen Euro. Dafür vom Land Sachsen jetzt ebenso 3,3 Millionen Euro Fördermittel zugesagt wie für die Komplettsanierung des ehemaligen "Hauses des Sports" im Sportforum zum Internat für das Sportgymnasium. Hierfür zahlt der Freistaat 2,8 Millionen Euro der insgesamt 7,1 Millionen Euro. Besonderes Highlight im Frühjahr wird natürlich die Eröffnung des neuen Fußballstadions an der Gellertstraße sein. Wer Gegner im Eröffnungsspiel sein wird, steht allerdings noch nicht fest.