Bereitet alles vor!

Wort zum Sonntag von Religionspädagoge Thomas Doyé

Wandern Sie mit mir durch unsere Stadt. Jetzt, wo es so zeitig dunkel wird. Jetzt, wo eigentlich der Winter Einzug halten sollte. Die Straßen im Zentrum haben sich verändert. Neben den Laternen beleuchten Lichterketten unseren Weg. Aus den Türen der Geschäfte dringen Töne bekannter Weihnachtslieder an unsere Ohren. Die Schaufenster sind festlich geschmückt. Und wenn wir weiter in die Wohnviertel hinein gehen, dorthin wo die Geschäfte längst aufgehört haben, scheint aus den Fenstern der Wohnungen besonderes Licht. Schwibbögen, Leuchtsterne oder Lichterketten verändern die Häuser. Ja, es ist Dezember. Ja, es ist bald Weihnachten.

Ich frage mich, ob all diese weihnachtlichen Lichter auch hinter den Fenstern die Menschen verändern. Ob sie es ruhiger angehen lassen? Ob sie friedvoller sind? Ob sie sich auf Weihnachten vorbereiten?

Am 3. Advent heißt es "Bereitet dem Herrn den Weg". Gott den Weg bereiten. Das bezieht sich nicht nur auf die Erinnerung an die Geburt Jesu zum Christfest, und es hat nicht nur mit dem Schmücken der Weihnachtsstube zu tun. Es hat auch etwas damit zu tun, was wir für die Welt tun, wie wir anderen begegnen, ob wir selbst wie ein Licht für andere leuchten können.

Und dann, wenn die Weihnachtslichterketten längst wieder eingepackt sind, kann es sein, dass uns dieses Leuchten in den Augen Anderer begegnet - und Weihnachten wahr wird.

Thomas Doyé,

Religionspädagoge