Beruhigende Erdtöne

Ausstellung Hamburger Künstlerinnen erkundeten den Sonnenberg

Welche Farbe hat der Sonnenberg? Dieser Frage ist die Hamburger Künstlerin Lara Loeser in den vergangenen Wochen nachgegangen. Knapp 1.000 frei zugängliche Gebäude im Stadtteil nahm sie dafür unter die Lupe. Beziehungsweise vor die Linse ihrer Kamera. Aus den entstandenen Fassadenfotos filterte sie die jeweils gebäudetypische Farben heraus und stellte sie nebeneinander als 970 kleine Rechtecke. Das Ergebnis sieht ein wenig aus wie die Farbmischtafeln im Baumarkt - es dominieren erdige Töne: "Es ist sehr sandig auf dem Sonnenberg", sagt die 27-Jährige, die kürzlich ihr Studium an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg beendet hat. "Es geht darum herauszufinden, wie die Stadt wirkt."

Und wie wirkt sie? "Auf mich wirkt der Sonnenberg durch die Erdtöne beruhigend. Diese Atmosphäre wollte ich einfangen." Ihre Heimatstadt sei bunt und oft zu voll: "In Chemnitz gibt es Freiräume, wo sich auch mal eine Idee entfalten kann", lobt Loeser.

Da stimmt sie mit Jenny Schäfer überein. Auch sie ist Absolventin der Hamburger Hochschule und arbeitete in der vergangenen Woche auf dem Sonnenberg. "Ich hab mich mit dem Ebersdorfer Porphyr beschäftigt." Wie sieht er aus, wenn er gebrochen, geschliffen, repariert oder auch imitiert wird? Schäfer schaute extra bei einem Steinmetz vorbei, ließ sich dessen Arbeit erklären. Und bannte ihre Ergebnisse als Fotos auf T-Shirts. Die hängen jetzt gemeinsam mit Loesers Farbrechtecken in der "Galerie Hinten" (Zietenstraße). Bis zum 22. November sind die Erkundungen des Sonnenbergs hier zu sehen.