Besonders präsent: 70 Prozent Frauenanteil bei "Fridays for Future"-Demos

Forschung Erste Ergebnisse einer internationalen Befragung der Schülerstreiks fürs Klima

Die Klima-Bewegung "Fridays For Future" hat am 24. Mai zu einem zweiten weltweiten Protesttag mobilisiert. Bei der ersten globalen Mobilisierung am 15. März dieses Jahres haben sich insgesamt weltweit 1.6 Millionen Menschen dem Schülerstreik angeschlossen. Die Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas der TU Chemnitz hat gemeinsam mit einem internationalen Netzwerk von Wissenschaftlern Demonstranten in 13 Städten in neun Ländern während der ersten Mobilisierungswelle befragt.

Teilweise 70 Prozent Frauenanteil auf Demobstrationen

Insgesamt wurden mehr als 10.000 Protestierende angesprochen und es liegen knapp 2.000 ausgefüllte Fragebögen vor. "Die Ergebnisse der ersten Befragungsrunde zeigen, was nicht überraschend ist, dass sich an einem Schülerstreik vorwiegend die Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen beteiligt", berichtet Projektleiter Piotr Kocyba. Überraschender als das junge Alter sei die Dominanz weiblicher Teilnehmerinnen, die beispielsweise in Amsterdam, Florenz, Warschau oder Wien sogar 70 Prozent der Protestierenden ausmachten.

Starke Präsenz auf starke weibliche Führungsfiguren zurückzuführen

"Bisherige Demonstrationsbefragungen zeigen ein eher ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern, wobei feministische Demonstrationen überwiegend Frauen und rechte Demonstrationen überwiegend Männer anziehen", so Kocyba. Die überproportionale Teilnahme von Frauen an den Klima-Demonstrationen sei auf die starke Präsenz weiblicher Führungsfiguren zurückzuführen. "Die signifikante Zahl junger und häufig erstmaliger Aktivistinnen und Aktivisten scheint die Möglichkeit für die Etablierung einer neuen Klimabewegung zu eröffnen, die jenseits etablierter Akteure und Organisationen ihre Ziele verfolgt", meint Kocyba abschließend.