Besucher kritisieren Tutanchamun-Schau

Ausstellung Ägypten-Fans enttäuscht von Veranstaltung im Luxor

Extra aus Zwickau waren Dietmar Müller und seine Familie gekommen, um sich am Wochenende die Tutanchamun-Ausstellung im Veranstaltungszentrum Luxor anzuschauen. Der Veranstalter warb mit einer "spektakulären Ausstellung". "Spektakulär sind für mich hier nur die Eintrittspreise", kritisierte Müller. Die Schau nannte er anspruchslos, billig und unmodern.

Direkt hinter der Kasse am Eingang des Luxors wurden die Gäste in das Thema Ägypten und Mumien eingeführt. In einer Vitrine lag eine "Original Background Mumie" - eine Requisite aus dem Film "Die Mumie kehrt zurück" von 2001. Eine Etage weiter oben ging es mit dem Filmthema weiter: "Original-Requisiten" aus dem Streifen "Die Mumie", wie Filmrollen oder Haarschmuck, waren aufgereiht. Tutanchamun-Fans bekamen bis dorthin noch nichts von ihrem Pharao zu sehen. "Wir hatten wirklich mehr erwartet", sagte Margitta Granz. Sie kritisierte auch das Ambiente der Schau.

Zu viel Replika, zu wenig Originale

Neben den Filmrequisiten wurden etliche Replika, wie Skulpturen, der Dolch des Tutanchamum oder sein königlicher Sarkophag gezeigt. Schließlich konnten auch ein paar Originale begutachtet werden: Grabbeigaben, wie Teller, Vasen, Schalen oder Parfümflaschen von etwa 1650 v. Chr. oder ein mumifiziertes prähistorisches neugeborenes Pferd aus dem Jahre 5000 v. Chr.. In einem unscheinbaren Glaskasten lag schließlich das Highlight, mit dem der Veranstalter warb - eine 4500 Jahre alte Mumie. Auf der Infotafel konnten die Besucher lesen, dass es sich um ein weibliches Exemplar handelt, das 1884 nach Deutschland gebracht wurde und dort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Berliner Keller in Kisten verpackt stand. "Es wäre schöner gewesen, wenn noch mehr Originale statt so vieler Nachbildungen gezeigt würden", sagte Besucherin Aline Morgenstern.