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Betriebshof kommt, Gewerbepark bleibt aus

Beschluss Stadträte debattieren über Fläche hinter der Sachsenallee Chemnitz

Eine lange Debatte lieferten sich die Stadträte in ihrer Sitzung am Mittwoch über die Zukunft der Fläche des ehemaligen Produktenbahnhofs. Ursprünglich hatte die Stadt geplant, dort einen Gewerbepark zu errichten. Seit zehn Jahren schlummert das Areal allerdings vor sich hin. Nun hat der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) Interesse an der Fläche angemeldet. Er benötigt das Gelände, um für das Chemnitzer Modell einen neuen Betriebshof zu bauen. Die Kapazitäten des Nahverkehrsbetriebs CVAG an der Adelsbergstraße reichen demnach nicht mehr aus, wenn das Chemnitzer Modell weiter ausgebaut wird und dadurch mehr Fahrzeuge im Einsatz sind.

Die Mehrheit der Stadträte stimmte diesem Vorhaben zu. Falk Ulbrich von der CDU sagte, dass man das "Herzstück des Chemnitzer Modells in eine effiziente Lage bringen" müsse. SPD-Stadtrat Detlef Müller machte zudem darauf aufmerksam, dass der Instandhaltungsaufwand für die Bahnen in anderen Anlagen gar nicht zu leisten sei. Es gab aber auch kritische Stimmen zum Vorhaben, zum Beispiel von Linken-Stadtrat Dietmar Berger. Für ihn seien alternative Standorte für den Betriebshof zu wenig diskutiert worden. Im Vorfeld der Sitzung hatte die Fraktion der Linken zudem die Frage gestellt: "Welche ernsthafte Stadt lässt am Rande des Zentrums eine Instandhaltungshalle bauen?". Grünen-Stadtrat Bernhard Herrmann ergänzte allerdings, dass er sich diesbezüglich mehr Sachlichkeit wünsche: "Das hört sich so an, als wenn wir in einer Stadt lebten, in der es keine freien Flächen gibt", sagte er. Es gebe viele andere Areale in Chemnitz, die man mit Gewerbeansiedlungen entwickeln könne.

Schlussendlich wurde am Mittwoch der Verkauf der Fläche an den VMS beschlossen. Auf dem Gelände des ehemaligen Produktenbahnhofs an der Dresdner Straße sollen neue Fahrzeug- und Werkstatthallen sowie ein Verwaltungsgebäude entstehen. "Die Bereitstellung von Gewerbeflächen mit hoher Priorität bleibe im Fokus der Stadt Chemnitz und soll zeitnah an anderen Stellen im Stadtgebiet erfolgen, um den Bedarfen gerecht zu werden", heißt es aus dem Rathaus.