Bilanz: Chemnitz wird sicherer

Kriminalität Polizeidirektion stellt Zahlen für 2017 vor

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Uwe Reißmann, Polizeipräsident und Leiter der Direktion Chemnitz. Foto: Jan Härtel/Haertelpress/Archiv

Viele Chemnitzer fühlen sich nicht mehr sicher, wenn sie abends in der Innenstadt unterwegs sind. Doch während die gefühlte Unsicherheit zunimmt, sprechen die Zahlen eine andere Sprache: Laut Kriminalstatistik 2017 der Stadt Chemnitz, die Polizeipräsident Uwe Reißmann am Mittwoch vorstellte, ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr zurückgegangen. Demnach gab es in insgesamt 25.452 Delikte - 1784 weniger als noch 2016. Das ist zugleich der zweitniedrigste Stand in den letzten fünf Jahren.

Im gesamten Bereich der Polizeidirektion Chemnitz, die auch für Mittelsachsen und den Erzgebirgskreis zuständig ist, war 2017 sogar das sicherste Jahr seit 2000. Mit etwas über 49.000 Straftaten waren es 21.000 weniger als noch vor 17 Jahren. Rückläufig seien die Chemnitzer Zahlen vor allem bei Straßenkriminalität (-16,3 Prozent), Sachbeschädigung (-13,9 Prozent), Ladendiebstähle (-6,1 Prozent) und Handtaschenraub (-40 Prozent).

Autodiebstahl und Kellereinbrüche gestiegen

Während sich die Diebstähle aus dem Kfz heraus im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert haben (-48,6 Prozent), registrierte die Polizei jedoch 23 Prozent mehr Autodiebstähle. Auch Kellereinbrüche machen den Beamten zu schaffen. 54,3 Prozent mehr wurden bei der Polizei gemeldet. "Während Mieter und Hauseigentümer ihre Wohnungen besser schützen, stehen in den Kellern, Dachböden oder Waschküchen viele Türen immer noch offen", resümiert Reißmann.

Eine gestiegene Häufigkeit der Delikte gab es darüber hinaus auch bei der Erschleichung von Leistungen (+25,4 Prozent), gefährlichen und schweren Körperverletzungen (+15,9 Prozent) und sonstigen Raubüberfällen auf der Straße (+46,6 Prozent). Die Aufklärungsquote für alle Straftaten lag in der Stadt Chemnitz bei 56,9 Prozent (2016: 61,3 Prozent). So konnten insgesamt 14.486 Fälle aufgeklärt werden. Die Polizeidienststellen ermittelten insgesamt 9.453 Tatverdächtige, darunter 4.273 nichtdeutscher Herkunft. Das entspricht einem Anteil von 45,2 Prozent. Knapp über die Hälfte verstießen dabei gegen Bestimmungen des Aufenthalts-, Asyl- oder Freizügigkeitsgesetzes.

Problem: Die Polizei benötigt mehr Personal

Um die Kriminalität weiter effektiv zurückzudrängen, benötige die Polizeidirektion mehr Personal, so Uwe Reißmann. Vor allem im Bereich der Internetkriminalität sind mehr IT-Spezialisten gefordert. Der politische Personalabbau sei zwar gestoppt, dennoch würde es bis zum Jahr 2025 dauern, bis die Polizisten für die 1.000 zusätzlichen Stellen in Sachsen wirklich in den Direktionen und Revieren zum Einsatz kommen. 2018 und 2019 wird es darüber hinaus mehr altersbedingte Abgänge geben, als neue Polizisten eingestellt werden.