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Blutsauger in Chemnitz weniger gefährlich

Zecken Risikogebiete für FSME-Viren breiten sich in Richtung Norddeutschland aus

Mit den heißen Temperaturen steigt auch der Tatendrang von Zecken wieder an. Noch schlagen Experten in Chemnitz nicht Alarm, denn die parasitisch lebende Milbe fällt gewöhnlich wieder ab, sobald sie sich vollgesaugt hat. Im Vogtland sieht das schon anders aus: Die Region wurde vergangenes Jahr zum FSME-Risikogebiet (Frühsommer-Meningoenzephalitis) erklärt. Die Viren werden beim Zeckenbiss übertragen und hielten sich bis vor wenigen Jahren lediglich im Süden Deutschlands auf. Mittlerweile wurden FSME-Erreger aber auch in der Sächsischen Schweiz und im Raum Leipzig gefunden, weiß Monika Böhm, Sachgebietsleiterin Allgemeiner Infektionsschutz beim Chemnitzer Gesundheitsamt. "In Chemnitz werden deshalb regelmäßig Untersuchungen durchgeführt. Dazu werden mit einem großen weißen Tuch - das letzte Mal im Zeisigwald - Zecken eingesammelt. Anschließend untersucht man die Keime an den Beißwerkzeugen des Tieres. Finden sich FSME-Keime, wird das Areal zum Risikogebiet erklärt. In Chemnitz wurde bisher nichts gefunden", erklärt sie. FSME verläuft in einigen Fällen mit grippeähnlichen Symptomen, bei zehn Prozent der Infizierten mit einer Entzündung von Hirnhäuten, Gehirn und Rückenmark sowie bei ein bis zwei Prozent tödlich. Der einzige Schutz ist die FSME-Impfung. Gegen die am häufigsten übertragene Krankheit, die Lyme-Borreliose, gibt es dagegen keine Schutzimpfung. Schätzungsweise 5 bis 35 Prozent der Zecken sind mit diesen Borrelien infiziert. Bei einer Ansteckung kommt es zur Rötung der Einstichstelle, Lymphknotenschwellungen und Fieber. Unbehandelt können später Gelenkentzündungen, Beeinträchtigungen des Nervensystems und starke Hautveränderungen hinzukommen. Monika Böhm empfiehlt deshalb, schon bei einer Rötung der Bissstelle den Hausarzt aufzusuchen. Der beste Schutz vor einer Infektion ist die Vermeidung von Zeckenstichen durch möglichst lange Kleidung und festes Schuhwerk. Auch der Einsatz von zeckenwirksamen insektenabwehrenden Mitteln ist empfehlenswert. Hier gibt es auch speziell für Kinder geeignete Präparate. Das Gesundheitsamt empfiehlt außerdem: "Nach Aufenthalt im Freien mit möglichem Zeckenkontakt sollte der Körper sorgfältig abgesucht werden. Zum Entfernen der Zecke gibt es spezielle Zeckenkarten oder Pinzetten.



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