Bürgerinitiative gegen Müllverbrennung am Zeisigwald

Demonstration Widerstand in Bevölkerung wächst

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"Trommeln für den Zeisigwald" lautete das Motto der Demonstranten vor dem Chemnitzer Rathaus. Foto: Steffi Hofmann

Menschen erzeugen Müll. Und das nicht zu knapp. Doch wie entsorgt man den Müll am besten? Der Abfallwirtschaftsverband Chemnitz plant derzeit die notwendigen Schritte für den Bau eines sogenannten Ersatzbrennstoffkraftwerks am Zeisigwald, in unmittelbarer Nähe zur Restabfallbehandlungsanlage auf dem Gelände der Deponie Weißer Weg.

Müllverbrennung und Erholungsgebiet passen nicht zusammen

Dagegen macht sich nun immer mehr Widerstand breit. Denn eine Müllverbrennungsanlage in einem Waldgebiet mit Erholungswert, Naturschutzflächen und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kleingartenanlagen, Wohngebieten und Siedlungen will dort niemand.

Eine Bürgerinitiative protestierte in dieser Woche vor dem Rathaus, während darin der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss tagte. Erstes Ziel der Initiative gegen Müllverbrennung in Chemnitz ist es, die Planungen zur Umwidmung der Waldfläche und die Bauplanungen für den Bau des Ersatzbrennstoffkraftwerks am Zeisigwald zu stoppen.

Mehr Fragen als Antworten

In einer Online-Petition haben sich dafür bereits über 850 Unterstützer gemeldet. "Wir wehren uns dagegen, dass ohne umfassende Information und Beteiligung der Bevölkerung planungsrechtliche Tatsachen geschaffen werden sollen", so die Initiative.

Unterstützung erhalten die Gegner der Anlage auch aus den Fraktionen im Rathaus. Susanne Schäper, Fraktionsvorsitzende der Fraktion "Die Linke" im Chemnitzer Stadtrat, teilte ein Veto ihrer Fraktion mit. Es gebe bei dem Thema mehr Fragen als Antworten, sagte sie. Die SPD fordert die Bildung eines "Runden Tisches zur Abfallwirtschaft" und die Chemnitzer Grünen wollen ebenfalls gegen den Bau eines Müllkraftwerks stimmen.