Bundestagspräsident besuchte Chemnitz

Gelebte Geschichte Norbert Lammert begeistert von Entwicklung der Stadt

Die Abendsonne schien am Sonntag warm durch die breite Glaswand des Oberdecks der Möbelgalerie "Tuffner". Dort begrüßte der Landtagsabgeordnete Frank Heinrich mit Professor Dr. Norbert Lammert einen der "ersten Männer" des Staates. Der Präsident des Deutschen Bundestages sprach über die Rolle Deutschlands in der Welt 25 Jahre nach der Wiedervereinigung. Die Rede atmete den Charakter eines Mannes, der in den zurückliegenden dreieinhalb Jahrzehnten Geschichte nicht nur erlebt, sondern aktiv mitgestaltet hat. Seit 1980 ist Lammert Mitglied des Bundestages und seit zehn Jahren dessen Präsident. Zur Wiedervereinigung 1990 sagt er, dass es die "glücklichste Phase der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts" sowie ein "außerordentlicher Umstand der europäischen Geschichte" war. "Ich gehöre zu den Menschen, die sich immer noch über die Einheit freuen", meinte Lammert. Nach 25 Jahren sei aber auch eine Generation erwachsen, die nur ein Deutschland sowie eine große Europäische Union kenne und die Besonderheit der friedlichen Revolution und Einigung weniger zu schätzen weiß.

Vom wiedervereinten Deutschland erwarten dessen Partner eine "prominente Rolle". Dass die Bundesrepublik als größtes Land eine führende Rolle in Europa einnimmt, ist für Lammert "völlig normal". "Kein anderes Land hat ökonomisch und politisch so vom europäischen Einigungsprozess profitiert wie Deutschland." In der Bewältigung der aktuellen Problematik mit Flüchtlingen sah er kein Problem: "Gerade wir haben doch bewiesen, dass wir mit außerordentlichen Herausforderungen gut klar kommen." Zu Chemnitz befragt, meinte der Bundestagspräsident, dass ihn bei seinen Besuchen die enorme Entwicklung der Stadt stets sehr beeindruckt - auch verglichen zu dem, was im selben Zeitraum in den alten Bundesländern passiert.