Bus und Bahn für einen Euro am Tag?

Stadtrat Neues Konzept für ÖPNV gefordert und mobile Klassenzimmer beschlossen

Chemnitz hat den Ruf einer Autofahrerstadt. Die letzten Analysen zum Modalsplit haben gezeigt, dass in Chemnitz entgegen anderer deutscher Großstädte der motorisierte Individualverkehr weiter zunimmt. Doch was kann man tun, um den Umweltverbund - nicht zuletzt aus Gründen des Klimaschutzes - und insbesondere den ÖPNV zu stärken?

Zum Beispiel die Preise für Bus und Bahn senken und damit attraktive Alternativen zum Auto schaffen. Der Stadtrat hat mit einer Mehrheit in seiner letzten Sitzung am vergangenen Mittwoch die Stadtverwaltung beauftragt, ein 30-Euro-Monats- beziehungsweise ein 365-Euro-Jahresticket für alle in der Tarifzone 13 des VMS zu prüfen.

Bis Juli 2020 sind dem Stadtrat Szenarien für eine mögliche Einführung zum Fahrplanwechsel 2021 vorzulegen. Ziel sei es, parallel zu anderen Modellversuchen eine eigene Lösung zu entwickeln. Billig wird diese wohl nicht: Hohe Verluste bei der CVAG seien vorprogrammiert.

Container sollen neue Unterrichtsräume schaffen

In puncto Schulen hat der Stadtrat die Errichtung von temporären Unterrichtsräumen an der Förderschule "Am Zeißigwald" beschlossen. Die zusätzlichen Klassenzimmer sollen als Containeranlage errichtet werden. Die Anlage sei eine kurzfristige Maßnahme gegen das Kapazitätsdefizit und soll zugleich den notwendigen Raumbedarf innerhalb des Schulbezirkes, insbesondere der Makarenko-Grundschule, absichern. Aktuell nutzt die Schule "Am Zeisigwald" Räume in der Grundschule, die dann unter anderem dem Hort an der Makarenko-Grundschule wieder zur Verfügung gestellt werden können.

Die Errichtung als Containeranlage habe mehrere Vorteile: Die Container kommen größtenteils vorgefertigt und sind deshalb schnell aufzubauen, im Grundriss variabel und können im Bedarfsfall auch an einen anderen Standort verlegt werden. Mit den sogenannten "mobilen Klassenzimmern" hat die Stadt bereits gute Erfahrungen an der Mittelschule am Flughafen und an der Grundschule Altendorf gemacht. Insgesamt investiert die Stadt Chemnitz rund 1,4 Millionen Euro in die Anlage, die nach den Sommerferien 2020 in Betrieb gehen soll.