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CFC: Ausgliederung vorerst vertagt!

Fußball Gläubiger stimmten für die Ausgliederung

10:05 Uhr schlossen sich die Türen im Verhandlungssaal 0.06 im Chemnitzer Amtsgericht. Rund 50 Gläubiger mit 140 verschiedenen Forderungsposten waren anwesend, unter anderem Vertreter der "Eins Energie" und des städtischen Veranstalters "C3". Weiterhin: Ex-Ehrenrat Mario Lengtat, Ex-Sportchef Steffen Ziffert, Ex-Aufsichtsrat Gunther Kermer und CFC-Präsident Andreas Georgi. Zur treuen Gefolgschaft von Insolvenzverwalter Klaus Siemon, der von zwei Sicherheitsmännern begleitet wurde, zählten neben den beiden Vorständen Thomas Uhlig und Thomas Sobotzik ebenso CFC-Trainer David Bergner, seines Zeichen kein Gläubiger.

Vorspiel

Gegenüber Insolvenzverwalter Klaus Siemon wurde mindestens ein Abwahlantrag eingereicht sowie mehrere Briefe mit Hinweisen auf rechtlich strittige Handlungsweisen eingereicht. In der Gläubigerversammlung wurden Forderungen in Höhe von 6,2 Millionen Euro aufgerufen. Die Schwergewichte dabei waren: "Eins Energie" (2,28 Millionen Euro), die Bundesagentur für Arbeit (1 Million), das Finanzamt (0,5 Millionen) sowie Polster Catering (0,5 Millionen). Im Vorfeld hatte Ex-Vermarkter Infront seine Forderung von fast zwei Millionen Euro zurückgezogen. Zu den Hintergründen dieses Deals gibt es bis dato keine Details.

1. Halbzeit: Insolvenzverwalter unter Beschuss

Insolvenzverwalter Klaus Siemon stellte zu Beginn sein Sanierungskonzept vor - und erntete dafür reichlich Kritik, da es diesem an Details hinsichtlich der Fortführung des Geschäftsbetriebs der Himmelblauen fehle. Roland Warner, der Vorsitzende der Geschäftsführer von Hauptgläubiger "Eins Energie", konkretisierte und bewertete das Konzept des Insolvenzverwalters als nicht tragfähig, entsprechend können man diesem nicht zustimmen.

Weiterhin wurde von Gläubigerseite der Vorschlag gebracht, die Ausgliederung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und folglich erst eine Entscheidung zu treffen, sobald es einen potentiellen Investor gibt. Siemon wiegelte das ab, drängte vielmehr auf eine direkte Entscheidung.

2. Halbzeit: CFC-Trainer Bergner ergreift das Wort

Obwohl David Bergner nicht zu den Gläubigern gehörte, durfte dieser an der nicht-öffentlichen Versammlung teilnehmen - und dort ergriff er nach der Mittagspause das Wort und führte die Entscheidung pro Ausgliederung herbei: Im Falle einer Abwahl von Klaus Siemon drohte er den Gläubigern mit seinem und dem Rücktritt des Co-Trainers. Das sportliche Argument korrigierte die Meinung einiger Gläubiger. Dazu setze das Gericht die Forderung von "Eins Energie" auf 150.000 Euro herunter.

Dadurch wurde der Weg für die Ausgliederung endgültig frei.

Diesbezüglich ist aber das letzte juristische Wort noch nicht gesprochen. Erst wenn das Gericht den Stimmenwert von "Eins Energie" final bewertet, genießt die Ausgliederung Rechtsgültigkeit. Stand jetzt haben die Gläubiger Insolvenzverwalter Klaus Siemon in seinem Amt bestätigt und damit die Weichen für die Ausgliederung der Profi-Abteilung des Chemnitzer e.V. gelegt.



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