Am 25. Juli 1892 wurde der Hertha Berliner Sport-Club gegründet. Auf den Tag genau 134 Jahre später empfing die zweite Mannschaft von Hertha BSC am ersten Spieltag den Chemnitzer FC. Die Gäste aus Sachsen hatten für die Jubilare keinerlei Geschenke mitgebracht, stattdessen wurden diesen vier Tore eingeschenkt. „Wir halten die Füße still und bleiben auch nach diesem starken Auftritt auf dem Boden“, sagte CFC-Trainer Benjamin Duda und verwies auf den Auftaktsieg vor einem Jahr gegen den Greifswalder FC und die danach folgende Ergebnisentwicklung.
Vier himmelblaue Offensivspieler treffen in der Hauptstadt
Der erste Saisontreffer für den CFC war Ron Berlinski vorbehalten. Der Neuzugang von den Offenbacher Kickers schob den Ball - nach Vorlage von Domenico Alberico - in der 27. Minute zum 1:0 über die Linie. Sechs Zeigerumdrehungen später musste der Premierentorschütze nach rüdem Einsteigen von Diart Gashi ausgewechselt werden. Eine Diagnose steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus. In der zweiten Halbzeit verfolgte der gebürtige Bochumer von der Medientribüne aus die Partie und gab von dieser aus auch diverse Kommandos.
Alberico & Co: „Wir haben danach für Ron gespielt.“
Der Vorlagengeber trat nach dem Seitenwechsel dann selbst als Torschütze in Erscheinung – und das mit einem gefühlvollen Schlenzer. Diesem war eine Balleroberung von CFC-Kapitän Geipl sowie ein Pass von Tom Baumgart vorausgegangen. „Unter der Woche trainiere ich individuell solche Abschlüsse, das direkt am ersten Spieltag so einer einschlägt, freut mich natürlich ungemein“, so Alberico. In der vergangenen Saison knipste der 27-Jährige fünfmal, gab zudem sechs Vorlagen. Zur Verletzung seines Sturmpartners konnte er nichts sagen: „Ich habe es nicht gesehen, weil ich auf der anderen Seite stand. Ich habe nur die Schreie gehört. Für uns stand aber sofort fest: Wir wollen für Ron das Spiel gewinnen und drücken ihm zugleich die Daumen. Denn wir brauchen ihn.“
CFC-Trainer Duda: „Die Einwechselspieler haben neue Impulse gesetzt.“
Ein Leitsatz, den CFC-Trainer Duda während der Vorbereitung gebetsmühlenartig predigte, war: „Wir brauchen jeden Spieler.“ Und gegen Hertha BSC II zeigte sich das: „Heute hat man gesehen, wie wichtig Einwechselspieler mit ihren Impulsen sind.“ Das dritte und vierte Tor machten Einwechselspieler untereinander aus. Nach einer erneuten Vorlage von Baumgart traf Maximilian Fesser zum 3:0 – und dieser wiederum legte den Endstand von Jonas Marx auf. Vier Offensivspieler sorgten damit für vier Tore: „Jeder Spieler hat seine Qualitäten. Vorne haben wir die Dinger eiskalt gemacht und hinten standen wir sehr sicher“, fasste Alberico den hochverdienten Auswärtssieg zusammen.
Löhmannsröben sieht – natürlich – sofort gelb & trifft später den Pfosten
Die sehr jungen Hertha-Bubis – zahlreiche U19-Spieler standen auf dem Rasen – hatten die gesamte Partie über keinen einzigen Torschuss. Einen beachtlichen Anteil daran hatte Jan Löhmannsröben. Nach einer Viertelstunde musste der 35-jährige Innenverteidiger jedoch ein taktisches Foul begehen und sah dafür berechtigterweise seine erste gelbe Karte der Saison. „Die Niederlage gegen die U23 von Greuther Fürth letzte Woche hat noch einmal unsere Sinne geschärft, denn heute haben wir erwachsen und abgezockt gespielt“, lobte „Löh“, der sich beinahe auch noch in die Torschützenlisten eingetragen hätte, die geschlossene Mannschaftsleistung. In der 58. Minute traf er nach einem Alberico-Eckball vor 875 Zuschauern, darunter waren auch seine Eltern, im „Stadion auf dem Wurfplatz“ nur den Pfosten.
Chemnitzer FC bewältigt erste Etappe erfolgreich
Löhmannsröben freut sich bereits auf die kommenden Wochen und Gegner: „Zum einen hoffe ich, dass wir unser Pulver jetzt nicht schon verschossen haben. Zum anderen wollen wir defensiv zu einer Macht werden. Das fängt vorn beim Stürmer an und hört bei uns hinten auf. Das war die erste Etappe eines ganz langen Marathons.“ Diese wurde anschließend mit den mitgereisten Fans lautstark zelebriert. In der vergangenen Saison hatte die Duda-Elf – ohne einen eigenen Treffer zu erzielen – noch beide Vergleiche mit der zweiten Mannschaft von Hertha BSC verloren.
Am Freitag, dem 31. Juli, empfängt der Chemnitzer FC den BFC Preussen. Die Berliner kamen gegen den Aufsteiger RSV Eintracht Stahnsdorf 1949 nicht über ein 1:1 hinaus. Anpfiff im „eins-Stadion – An der Gellertstraße“ ist um 19 Uhr.
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