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CFC: Die Suche nach der Wahrheit

FUSSBALL CFC-Notvorstand gibt Erklärung zum 9. März und der aktuellen Situation ab

Exakt drei Wochen vor der Mitgliederversammlung des Chemnitzer FC e.V. hat sich der vom Amtsgericht eingesetzte Notvorstand - bestehend aus Annette Neuerburg, Andreas Georgi und Frank Sorge - am gestrigen Montagabend mit einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet. In dieser geht es vor allem um die Ereignisse, welche am 9. März dieses Jahres vor dem Regionalliga-Spiel gegen die VSG Altglienicke stattgefunden haben. Interessanteste Inhalte diesbezüglich sind zum einen, dass "der Insolvenzverwalter in die Entscheidung über die mögliche Durchführung und den Inhalt der Trauerbekundung bereits am Morgen des Spieltages eingebunden" war, sowie zum anderen, dass "der Veranstaltungsleiter weder allein noch eigenmächtig gehandelt", dazu "den Insolvenzverwalter ebenso wie die Sicherheitsbehörden einbezogen" habe.

Siemon: "Er ist erpresst worden."

Am 14. März luden Insolvenzverwalten Klaus Siemon und CFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik Medienvertreter ein, um alle Fragen rund um die Ereignisse des 9. März zu beantworten und damit das Thema ein Stück weit abzuschließen.

Der Insolvenzverwalter stellte unmissverständlich dar, dass es eine ganz konkrete Bedrohungssituation gegenüber dem Veranstaltungsleiter Thomas Uhlig gab, die seine Willensbildung maßgeblich beeinflusst habe. Mehr noch: "Ich sehe ein ganz klares Nötigungs- und Erpressungsszenario, er ist erpresst worden", betonte Siemon mehrmals mit fester Überzeugung. Um für Aufklärung zu sorgen, stellte der Insolvenzverwalter entsprechend eine Strafanzeige. Sämtliche Fragen zu Organisation, Ablauf und Bewilligung der Trauerbekundung ließ er mit Verweis auf das laufende Verfahren unbeantwortet. Er selbst, so fügte er hinzu, habe erst "ein, zwei Tage später" von den Geschehnissen Kenntnis genommen.

Nach Einsicht in die strafrechtliche Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft Chemnitz erscheint diese Argumentation allerdings in einem ganz anderem Licht: "Tatsächlich war er von dem Veranstaltungsleiter der für den Spieltag zuständigen Chemnitzer FC Fußball GmbH, Herrn Uhlig, bereits vor dem Spiel (...) per Mail und Telefonat unterrichtet worden. Ihm wurde der zur Verlesung vorgesehene Trauertext vorab übersandt, welchen er selbst redaktionell bearbeitet und zurückgeschickt hat", ist in der "Erklärung des Notvorstandes zum 9.3. und zur aktuellen Situation" zu lesen.

Sobotzik bestätigte Erpressungs-Theorie

Thomas Sobotzik, Geschäftsführer der Chemnitzer FC Fußball GmbH, skizzierte Anfang Juni in einem Spiegel-Artikel den Ablauf und betonte mit Nachdruck, dass die von Veranstaltungsleiter Thomas Uhlig getroffene Entscheidung "das Resultat einer Erpressung" gewesen sei. Diese habe am Tag vor dem Spiel gegen die VSG Altglienicke mit einem "Telefonanruf aus einem Auto" begonnen. In diesem wurde Uhlig vor die "Wahl zwischen Pest und Cholera" gestellt. Entweder es setzt die geforderte weiche Variante um; falls nicht, wird diese um die harte mit "nationalsozialistischen Flaggen, Nazigesänge und antisemitische Schmähungen" ergänzt sowie situativ um einen Platzsturm erweitert. Am Ende wurde sich auf die weiche Variante "geeinigt".

Einer detaillierten Aussage gegenüber der Polizei verweigerte sich anschließend Thomas Uhlig. Diesbezüglich wurde spekuliert, dass er möglicherweise von rechtsextremistischen Fußballfans bedroht oder selbst Teil des Komplotts gewesen sei. "Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen ergeben sich keine Umstände, die eine konkrete Bedrohungslage zum damaligen Zeitpunkt annehmen lassen", ist hinsichtlich dieses Sachverhaltes in der Stellungnahme des Notvorstandes vermerkt.

Der derzeit amtierende Vorstand zeigt sich nach wie vor gesprächsbereit, "sich in einen Dialog auf Augenhöhe einzubringen und ruft alle Beteiligten hierzu nochmals eindringlich auf". Eine Chance dafür böte sich zur Mitgliederversammlung Mitte August an.



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