CFC entfacht neue Euphorie: Ist der FCK wirklich wieder da?

Plötzlich scheint bei den Himmelblauen wieder vieles möglich

Chemnitz

Drei Spiele, drei Siege, 10:1 Tore. Und als wäre dieser Saisonstart von den reinen Ergebnissen nicht schon bemerkenswert genug, zerlegte der Chemnitzer FC den FSV Zwickau am Dienstagabend in einer Art und Weise, die man im Stadion - An der Gellertstraße lange nicht gesehen hat.

Eine Machtdemonstration im Derby – und plötzlich macht rund um die Himmelblauen ein Gefühl die Runde, das beinahe schon in Vergessenheit geraten war: Euphorie.

„Der FCK ist wieder da“, hallte es bei beiden bisherigen Heimspielen von den Rängen. Und ein bisschen sieht es aktuell so aus, als ob der Nachfolgeverein des DDR-Meisters von 1967 seine Fans von großen Leistungen träumen lassen möchte.

Chemnitzer FC: Ein Saisonstart, der Lust auf mehr macht

„Man glaubt ja gar nicht mehr, dass man hier beim Club ist“, war im Fluchtlichtschimmer am Dienstagabend nach der Partie von gleich mehreren Fans im Gespräch mit dem Autor dieses Textes zu hören. Ein Satz, halb im Spaß dahingesagt – und doch sagt er viel darüber aus, wie sehr sich die Atmosphäre beim CFC in den letzten Wochen verändert hat.

Der beste Start seit der Aufstiegssaison 2018/19. Und das mit einer Mannschaft, die im Sommer kräftig umgebaut wurde. Sportchef Chris Löwe wurde von einigen sicher etwas belächelt, als er von Spielern „aus einem höheren Regel“ sprach. Aktuell lacht maximal die Sonne über dem himmelblauen Fußballland.

Neuzugänge schlagen sofort ein

Denn anstelle langer Findungsphase oder gar Anlaufschwierigkeiten durch den Umbruch sind die Himmelblauen sofort da. Neuzugänge wie Andreas Geipl, Dennis Slamar und Jan Löhmannsröben sind nicht nur Verstärkungen, sondern vom Start weg Führungsspieler und Leistungsträger.

Noch bemerkenswerter aber ist das Gesamtbild: Im Verein herrscht Ruhe. Keine Nebenkriegsschauplätze oder Störfeuer mischen sich ins Tagesgeschäft.

Stattdessen verzeichnet der Club steigende Zuschauerzahlen, stetig positive Nachrichten aus der wachsenden Sponsorenfamilie und eine Vorfreude auf das Schlagerspiel gegen Erzgebirge Aue am 15. August, die längst in der ganzen Stadt zu spüren ist. Mehr als 6500 Karten waren dafür bereits am Donnerstagabend verkauft. Vorher geht es am morgigen Sonntag zum Hallescher FC. Hält der CFC die aktuelle Frühform, ist man auch dort der Favorit.

Cheftrainer drückt auf die Bremse

Benjamin Duda mahnt trotzdem eindringlich zur Bodenhaftung. „Wir sind nicht Bayern München“, stellte der Cheftrainer klar. Natürlich nicht. Aber auf merklich kleinerer Fußballbühne fühlt es sich gerade ein kleines bisschen danach an: Der CFC gewinnt, der CFC begeistert – und plötzlich scheint vieles selbstverständlich, was lange alles andere als im Bereich des Möglichen war. Genau darin liegt vielleicht die größte Veränderung.

Noch ist die Saison jung. Drei Siege machen beileibe noch keinen Aufstieg und 10:1 Tore noch keinen Meister. Aber dieser Chemnitzer FC hat etwas entfacht und einen Großteil der himmelblauen Fangemeinde regelrecht angezündet. Wenn Mannschaft, Verein und Fans diese Mischung aus Qualität, Besonnenheit und neuer Begeisterung konservieren, könnte aus einem traumhaften Saisonstart mehr werden.

Vielleicht sogar viel mehr...


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