CFC-Frauen nach Aufstieg: „Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist positiv“

Die Frauen des Chemnitzer FC haben als Regionalliga-Aufsteigerinnen einen beachtenswerten Start hingelegt und sind zudem im Landespokal ins Achtelfinale eingezogen.

Chemnitz

In der Regionalliga-Nordost der Frauen sind bisher fünf Spieltage absolviert. Das Team von Swen Wolf steht mit vier Punkten auf dem neunten Platz. „Grundsätzlich sind wir gut in die Liga gekommen, haben uns zurechtgefunden und gesehen, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Jetzt geht es darum, auf diesem Weg weiterzumachen“, so der CFC-Trainer, der weiterhin ergänzt: „Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist positiv.“ Und genau das zeigte sich direkt am ersten Spieltag.

Premierensaison startet mit Premierensieg

Nach vier Jahren harter Arbeit sind die CFC-Frauen endlich aufgestiegen – und haben sich sofort mit dem Premierensieg belohnt. Beim SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf siegten die Himmelblauen nach einer intensiven und lange ausgeglichenen Begegnung mit 1:0. Das erste Tor in der Premierensaison oblag Yella Mihalyi. Die Mittelfeldspielerin schloss in der 57. Minute einen Konter eiskalt ab und zeigte damit, was das Team um CFC-Kapitänin Vanessa Oehmichen diese Saison vorhat: „Wir wollen uns keinesfalls nur hinten reinstellen, sondern unser eigenes Spiel auf den Platz bringen, um damit zu Offensivaktionen zu kommen.“ Und die Torschützin fügte hinzu: „Je früher wir unsere Punkte sammeln, desto mehr Selbstvertrauen können wir entwickeln.“

CFC-Kapitänin Oehmichen: „Wir stehen nach Rückschlägen gemeinsam wieder auf.“

Bereits am zweiten Spieltag kam es auf dem „Sportplatz Neubauernweg“ zum Duell der Aufsteigerinnen, welches der FSV Babelsberg 74 für sich entscheiden konnte. Trotz einer Reihe hochkarätiger Möglichkeiten verlor das Wolff-Team mit 1:2. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Davina Graf erzielt. Nach dem Seitenwechsel stürmten die CFC-Spielerinnen, konnten sich aber final nicht mehr belohnen. „Wir wollen als Team weiter zusammenwachsen und gerade nach Rückschlägen immer wieder gemeinsam aufstehen“, sagte Oehmichen nach der vermeidbaren Niederlage. Bereits eine Woche später folgte die nächste.

Bei der starken zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg hieß es erneut 1:2 aus Sicht der CFC-Frauen. Dabei hätte der mutige Beginn nicht besser verlaufen können. Denn bereits nach vier Minuten traf Juliette Leuschner zur frühen Führung, welche die Gastgeberinnen jedoch bis zum Halbzeitpfiff – darunter mit einem umstrittenen Elfmeter – zu drehen wussten. In Überzahl forcierte die Wolf-Elf den Ausgleich, der am Ende nicht fallen sollte. Der Cheftrainer sah dessen ungeachtet einen weiteren Schritt, um sich in der Regionalliga zu etablieren: „Der FCM hat andere Ansprüche und will aufsteigen. Umso wichtiger war es für uns, hier dagegenzuhalten und eine starke Leistung zu zeigen. Sie macht Mut für die kommenden Aufgaben.“

CFC-Trainer Wolff: „Die Erfahrung spielt natürlich eine Rolle.“

Und die nächste war mit der zweiten Mannschaft des 1. FC Union Berlin eine außerordentlich ambitionierte. „Wir müssen vor allem in den Zweikämpfen giftig und intensiv sein“, hatte CFC-Kapitänin Oehmichen vor der herausfordernden Saison gesagt – und das wurde auch am vierten Spieltag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Den Ausgleich der spielstarken Berlinerinnen nach einer halben Stunde glich Lina Hertel mit einem Traumtor aus mehr als 30 Metern in der 65. Minute aus. Am Ende hielt CFC-Torwart Franziska Frohs den verdienten Punktgewinn fest. Am fünften Spieltag sahen die Frauen des Chemnitzer FC bei der U23 des 1. FFC Turbine Potsdam durch einen Graf-Doppelpack nach einer Stunde lange Zeit als die Siegerinnen aus. Nach einer turbulenten Schlussphase mit drei Gegentoren mussten die Himmelblauen letztlich ohne Zähler eine bittere Heimreise antreten. „Die Erfahrung spielt natürlich eine Rolle. Wir haben eine junge Mannschaft“, betont Wolff, der deshalb besonders an der mentalen Stärke arbeitet: „Und die entwickelt sich eben auch dadurch, dass man solche Niederlagen erlebt, sie gemeinsam aufarbeitet und daraus lernt. Genau diese Erfahrungen sind wichtig für die Entwicklung.“

Sieben Spiele bis zur Winterpause

Bis zur Winterpause stehen noch sieben Spiele an, darunter mit Türkiyemspor Berlin und Hansa Rostock gegen zwei gänzlich neue Gegner. „Wir wollen weiterhin von Woche zu Woche schauen und unsere Hausaufgaben machen sowie immer wieder analysieren, an welchen Stellschrauben wir drehen und wo wir nachjustieren müssen. In der Rückrunde wird es dann vielleicht etwas einfacher, vorausschauender zu planen, weil wir die Gegner bereits kennen, gegen sie gespielt haben und ihre Stärken und Schwächen besser einschätzen können“, fasst CFC-Trainer Wolf den wöchentlichen Ablauf zusammen.

Souveräner Start in die Sachsenpokal-Saison

Im „Sachsenlotto-Landespokal“ sind die Frauen des Chemnitzer FC souverän ins Achtelfinale eingezogen. Gegen den DFC Westsachsen Zwickau setzten sich die Himmelblauen klar mit 10:0 durch. In der ersten Halbzeit gelang Graf ein Doppelpack. Außerdem trafen Svenja Kurz, Elaine Gleixner und Jennifer Menzel. Nach dem Seitenwechsel steuerte Maxine Lenz einen Viererpack bei. Der letzte Treffer war Julie-Ella Groß vorbehalten. Vor der Partie hatte CFC-Trainer Wolff seine Spielerinnen an die letztjährige 0:1-Niederlage beim DFC erinnert und gewarnt: „Ich habe den Spielerinnen verdeutlicht, was passieren kann, wenn man nicht zu 100 Prozent bei der Sache ist. Das haben sie verstanden. Insgesamt war das ein sehr dominanter Auftritt.“ Der 54-Jährige setzte in diesem Spiel einen weiteren Fokus: „Besonders wichtig war zudem, dass die Spielerinnen, die zuletzt weniger oder nicht über die volle Distanz gespielt hatten, viel Spielzeit bekommen haben.“ Am Sonntag, dem 04. Oktober, findet bereits das Achtelfinale statt. Die Himmelblauen gastieren um 14 Uhr beim ZFC Meuselwitz aus der Sachsenklasse-Nord.

U23: Kampf um den Klassenerhalt in der Sachsenliga

Zeitgleich empfängt die U23 des CFC auf dem heimischen „Sportplatz Neubauernweg“ den Radefelder SV, der ebenfalls in der Sachsenliga spielt. Das direkte Duell gab es bis dato nicht. Die Saison begann für die Aufsteigerinnen mit Niederlagen gegen die SG Dynamo Dresden (0:4), gegen die Spielgemeinschaft aus der zweiten Mannschaft des SV Eintracht Leipzig-Süd & dem SSV Stötteritz (2:3) und den FC Erzgebirge Aue (0:2). Am vierten Spieltag feierte das Team von Marek Schulze einen 2:1-Heimsieg. Das entscheidende Tor erzielte Kira Brinkmann in der 92. Minute. Zuletzt setzte es eine knappe 0:1-Auswärtsniederlage beim 1. FCC Fortuna Dresden.

Für die Entwicklung – sowohl individuell als auch als Mannschaft – bietet die Sachsenliga allerhand Herausforderungen diesbezüglich, weiß auch Swen Wolff: „Der Sprung nach oben soll perspektivisch möglich sein, wenn Spielerinnen das entsprechende Niveau erreichen. Entscheidend ist dabei die Qualität in der Ausbildung.“ Nach fünf Spieltagen steht die U23 der CFC-Frauen auf dem zehnten und damit den ersten Nicht-Abstiegsplatz.

Langjähriger CFC-Sponsor unterstützt Doppel-Aufsteigerinnen

Die „Gesenk- und Freiformschmiede Kutsche GmbH“ hat ihr langjähriges Engagement als Silbersponsor beim Chemnitzer FC ausgebaut und unterstützt seit dieser Saison weiterhin die Frauen- und Mädchenabteilung der Himmelblauen. Das Unternehmen aus Burgstädt tritt ab sofort bei der ersten und zweiten Frauenmannschaft als offizieller Hosenpartner auf. „Wir haben die sportliche Entwicklung der CFC-Frauen in den vergangenen Jahren mit großem Interesse verfolgt und gesehen, dass mit dieser auch die Anforderungen wachsen. Aus diesem Grund haben wir nun unser Engagement ebenso in den Frauenbereich verlagert“, erklärt Geschäftsführer Dirk Reiter.

„Starke und verlässliche Partner an unserer Seite sind wichtig, damit wir auch in unserer Frauenabteilung einen professionellen Ablauf ermöglichen können“, bekräftigt Björn Engmann, Vertriebsleiter des Chemnitzer FC. Bekanntermaßen sind in der letzten Saison die CFC-Frauen in die Regionalliga und die U23 in die Sachsenliga aufgestiegen.


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