CFC mit einem historischen Negativrekord!

FUSSBALL Schlecht besuchtestes Heimspiel seit der Wiedervereinigung

Die Vorfreude war riesengroß, das Ergebnis brachte allerdings Ernüchterung: Der Chemnitzer FC hat das erste Heimspiel seit mehr als fünf Monaten vor Zuschauern verloren. Gegen den FC Viktoria 1889 Berlin unterlagen die Himmelblauen mit 1:2 - und das vor einer denkwürdigen Minuskulisse. Gegen die Hauptstädter fanden sich letztlich gerade einmal 687 Zuschauer ein. Seit der Wiedervereinigung waren - ob im altehrwürdigen "Sportforum" oder im "Stadion - An der Gellertstraße" - immer mindestens 1.000 Zuschauer anwesend.

Das bis dato zuschauerärmste Spiel des Chemnitzer FC in den drei Jahrzehnten fand in der Spielzeit 2008/2009 gegen die zweite Mannschaft von Hannover 96 statt. Damals wurde der Chemnitzer FC im Vorfeld dieser Partie aufgrund fremdenfeindlicher und antisemitistischer Rufe und Provokationen von Personen im Rahmen der Regionalligapartie gegen Türkiyemspor Berlin mit dieser schmerzlichen Strafe, maximal 1.000 Zuschauern zuzulassen, belegt.

Weniger ist nicht immer mehr

Die Chemnitzer FC Fußball GmbH hat kurzfristig ein umfassendes Gesundheits- und Hygienekonzept entwickelt, welches von der zuständigen Ordnungsbehörde eine Genehmigung erhielt. Dieses beinhaltete die Zulassung für insgesamt 1.000 Teilnehmer, 500 Karten davon gingen in den personalisierten Online-Verkauf für die CFC-Fans. Romy Polster, Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC, begründete die Verteilung folgendermaßen: "Unter die 1.000 Personen fallen unter anderem auch die Mannschaften, Ordnungskräfte, Medienvertreter und alle weiteren an der Organisation und Durchführung des Spieltages beteiligten Personen, sodass wir leider nicht 1.000 Karten in den Verkauf geben können." Die CFC ist diesbezüglich der einzige Verein, der diesen Maßstab an den Tag legte und in der Öffentlichkeit publizierte.

Ein "ausverkauftes" Haus wurde dennoch deutlich verfehlt. Dessen ungeachtet hätten zweifelsfrei mehr Karten an die treuen Fans, welche in den letzten Wochen 540.000,- Euro zur Beendigung der Insolvenz gesammelt haben, verkauft und damit die Maximal-Kapazität von 1.000 Zuschauern realisiert werden können. Weniger ist nicht immer mehr, denn trotz Gästeverbot wurden überraschenderweise keine Tickets für den Block 1 - den sogenannten Pufferblock - auf der Gegengerade angeboten; auf der Haupttribüne wiederum fanden sich maximal 150 Teilnehmer ein.

Blick zu den mitteldeutschen Teams

Auch die anderen mitteldeutschen Vereine haben Hygienekonzepte ausgearbeitet, um zumindest einen Teil der eigenen Fans wieder im Stadion begrüßen zu dürfen. Das Traditionsduell zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem BFC Dynamo verfolgten 1.000 Zuschauer - plus Mannschaften und Betreuer. Die Tickets wurden in Leutzsch entsprechend der Reihenfolge der Bestelleingäng für Dauerkarteninhaber verteilt. Die Chemiker haben bereits mehr als 1.600 Dauerkarten abgesetzt; den restlichen 600 Dauerkartenbesitzer, die beim 3:1-Auftakterfolg gegen den BFC nicht im Alfred-Kunze-Sportpark mit seinem Fassungsvermögen von 4.999 Zuschauern weilen durften, erhielten ein Anrecht auf anteilige Rückzahlung des Ticketpreises.

Beim ZFC Meuselwitz sind - bei einem Fassungsvermögen von 5.260 Plätzen in der "bluechip-Arena" - zum ersten Heimspiel gegen den FC Energie Cottbus insgesamt 1.556 Zuschauer - inklusive Gästefans - zugelassen. Ebenso beim VfB Auerbach sind Gästefans erlaubt, und davon profitieren als erstes die Anhänger des CFC, die am Mittwoch, den 26. August, 19 Uhr, im "Stadion zur Vogtlandweide" Zutritt erhalten. Bei einer Kapazität von 4.100 Plätzen dürfen final 1.000 Besucher erscheinen. Germania Halberstadt hat im heimischen "Friedensstadion" mit einer Kapazität 5.000 Plätze immerhin 900 Tickets zur freien Verfügung. Zum ersten Saisonspiel des Bischofswerdaer FV, der seine Heimspiele aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen im" Wesenitzsportpark" im Bautzner "Stadion Müllerwiese" austrägt, gegen den VfB Auerbach kamen 264 Zuschauer; möglich wären - darunter wohlgemerkt auch Gästefans - 900 Zuschauer gewesen. Das 1:1-Unentschieden zwischen dem FC Carl-Zeiss Jena und dem SV Babelsberg verfolgten im Ernst-Abbe-Sportfeld sogar 1.895 Zuschauer. Für den Führungstreffer der Thüringer zeigte sich der Ex-CFCer Maximilian Oesterhelweg verantwortlich, den Ausgleichstreffer durch Schmidt bereitete mit Frahn ein weitere Ex-CFCer vor.

CFC ordert nur 250 Final-Tickets

Am kommenden Samstag, den 22. August, steht um 14:45 Uhr das Endspiel um den "Wernesgrüner Sachsenpokal" gegen den FC Eilenburg an. Zugelassen sind für das Finale im "Ilburg-Stadion" 1.000 Zuschauer - und 750 Tickets davon gehen direkt an den Gastgeber. Der Grund: Die CFC-GmbH veranschlagt nur 250 für sich, anfänglich sind es sogar nur 100 gewesen. Zum Vergleich: Beim Sachsenpokal-Halbfinale zwischen Eilenburg und dem 1. FC Lokomotive Leipzig wurden die Tickets aufgeteilt - beide Seiten erhielten jeweils von 500 Karten. Und das Spiel war ausverkauft.