CFC-Trainer Duda vor dem Saisonstart: "Es muss krachen, es muss knallen!"

Himmelblauer Cheftrainer ist mit der Vorbereitung zufrieden und fiebert Saisonstart gegen Greifswald entgegen

Chemnitz

Hinter den Fußballern des Chemnitzer FC liegen fünf intensive Trainingswochen.

Mit 1.800 Dauerkarten in neue Saison

Am Sonntag, dem 27. Juli, gastiert im 14 Uhr der Greifswalder FC im "eins-Stadion - An der Gellertstraße". Wie der Regionalligist mitteilte, konnten bereits 1.800 Dauerkarten für die neue Saison verkauft werden. In der vergangenen Saison besuchten 5.212 Zuschauer das Spiel, welches 2:2 endete.

CFC-Trainer Duda im Gespräch

Vor dem scharfen Start gegen den GFC sprach BLICK.de-Redakteur Marcus Hengst mit CFC-Cheftrainer Benjamin Duda über die Vorbereitung, die Testspiele, Struggle-Momente und die Favoriten der kommenden Regionalliga-Saison.

Hallo Benjamin Duda, eine intensive Vorbereitung liegt hinter dem Chemnitzer FC. Wie bewertest du diese insgesamt und worauf wurde in den einzelnen Wochen Wert gelegt?

Als Ergebnis haben wir eine gute und auch gesunde Saisonvorbereitung hinter uns gebracht und sind in den Bereichen Fitness und Spielstil sowie Teamgeist wesentliche und wertvolle Schritte nach vorn gekommen. Und wenn ich auf die inhaltlichen und taktischen Aspekte blicke, dann ging es vor allem darum, auf dem grünen Rasen intensiv zu arbeiten, die Spielidee zu vermitteln und die Jungs fit und körperlich bereitzumachen für die sehr herausfordernde und schwere Spielzeit, die auf uns wartet. Für das Thema Teambuilding und um den Prozess des Zusammenwachsens in Gang zu bringen, haben wir zusätzlich neben dem Platz eine Handvoll Aktivitäten unternommen.

Das ist die perfekte Überleitung zur nächsten Frage. Du warst mit Deiner Mannschaft auch abseits des Platzes regelmäßig unterwegs - Beach-Soccer, ein Besuch in der Kampfsportakademie oder Yoga. Wie wichtig sind Dir als Cheftrainer solche teambildenden Maßnahmen und welche davon hat Dir am besten gefallen?

Ich würde da jetzt kein Ranking hereinbringen, was am besten war oder mir am besten gefallen hat. Denn alles war sinnhaft und genau überlegt. Teamaktivitäten neben dem Platz sind bei mir fester Bestandteil der Mannschaftsführung - und das gilt nicht nur für die Vorbereitung, sondern auch für die Saison selbst. Auch diese Team-Events begreifen wir als einen Prozess, der regelmäßig durch neue Impulse von uns oder auch aus der Mannschaft heraus immer wieder gestärkt werden soll.

Die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz - und da haben Deine Schützlinge in den ersten vier Spielen die CFC-Fans mit torreichen Siegen verwöhnt. Danach setzte es eine unglückliche 0:1-Niederlage gegen Usti nad Labem. Wie wertvoll sind Niederlagen in der Vorbereitung für die Entwicklung der Mannschaft? Denn gegen die Spielvereinigungen aus Fürth (U23) und Bayreuth aus der Regionalliga-Bayern konnte Dein Team jeweils einen Rückstand drehen sowie gegen Zweitligist 1. FC Magdeburg ein 1:1-Unentschieden erzielen.

Die Saisonvorbereitung muss man identisch wie die Saison in Etappen sehen. Wir haben zuerst in der Region gespielt, um für unsere Fans greifbar zu sein und um als Chemnitzer FC unserem Image und Image-Wandel gerecht zu werden. Da gab es dann standesgemäße sowie torreiche Siege mit jeweils tollem Rahmenprogramm, was mir in Erinnerung bleibt.

In der zweiten Etappe ging es dann gegen Teams aus der Ober- und Regionalliga, also fünfter und vierter Liga. Das Spiel gegen Halberstadt haben wir auch mit einem deutlichen Klassenunterschied gewonnen und alles, was danach kam - und da zähle ich Usti nad Labem als internationalen Vergleich mit dazu -, waren unheimlich wichtige Spiele. Wir haben zwei Siege eingefahren. Die Niederlage gegen den tschechischen Zweitliga-Aufsteiger war, so absurd es klingt, wertvoll, um daraus entsprechende Rückschlüsse zu ziehen und Erkenntnisse zu gewinnen. Nicht von ungefähr haben wir in den letzten drei Testspielen drei Rückstände gedreht. Bei solchen Struggle-Momenten sind vor allem Widerstandsfähigkeit und Willensstärke gefragt.

Mit Cedric Wimmer, Leon Gruschwitz, Georg Hempel, Aaron Mensah und Noah Tänzer haben fünf Kicker aus der himmelblauen U19 die Vorbereitung mitgemacht. Wie sieht die Perspektive der talentierten Jungs für die kommende Saison aus? Schließlich können diese allesamt noch ein Jahr in der Junioren-Bundesliga spielen.

Aaron Mensah ist bereits jetzt ein wesentlicher Bestandteil unseres Profikaders, natürlich mit der Option, wöchentlich für die U19 zu spielen. Die anderen vier Nachwuchsspieler haben die Vorbereitung auch mit absolviert, um die Verzahnung mit der U19 von Trainer Sebastian Kegel deutlich zu machen. Alle Feldspieler haben ihre Chance eindrucksvoll genutzt, haben deutlich gemacht, dass sie Top-Talente sind, dementsprechend jetzt auch bei uns auf der Spielberechtigungsliste stehen.

Mit dem Greifswalder FC gastiert am ersten Spieltag gleich ein ambitionierter Verein im "eins-Stadion - An der Gellertstraße". Wie schätzt Du das Team aus dem Norden ein und wer zählt Deiner Meinung nach zu den Favoriten um die Meisterschaft in der kommenden Regionalliga-Saison?

Am ersten Spieltag haben wir - aufgrund der Kaderzusammenstellung sowie der jüngsten Historie - mit Greifswald gleich einen sehr starken Gegner vor der Brust. Vor zwei Jahren Vizemeister, letztes Jahr Tabellensechster, was in unserer brettstarken Liga durchaus auch als Erfolg zu bewerten ist. Durch die gewonnene Stärke unter Markus Ziesche ist der GFC ein Verein, den ich zum engeren Favoritenkreis zähle. Dazu würde ich noch Halle, Erfurt und Jena nennen, das sind meine Top Four. Trotzdem ist es ein Alleinstellungsmerkmal der Regionalliga-Nordost, dass dahinter noch sechs bis acht Klubs kommen, die rein von der Strahlkraft, von der Power, von der Tradition das Recht haben, über die dritte Liga nachzudenken. In dieser Leistungsdichte, in diesem Hauen und Stechen ist unsere Liga sehr stark und sehr attraktiv.

Welche Rolle und was für einen Fußball möchte der CFC in der kommenden Saison spielen?

Grundlegend wollen wir eine erfolgreiche Rolle spielen. Das würde bedeuten, dass wir die Spiele gewinnen. Ein Qualitätsmerkmal von uns ist, dass wir sehr schwer zu schlagen sind. Das tabellarisch seriös zu formulieren, auch am Beispiel der letzten Jahre, ist kaum möglich. Wir werden uns intern noch einmal einen Moment dafür Zeit nehmen, um das zu präzisieren. Ich freue mich sehr auf die Liga, den Wettbewerb, die Herausforderung. Ich habe das Gefühl, dass wir mit unserer Gruppe, von der ich total überzeugt bin, bestehen und auch für Erfolge sorgen können. Und wie dieser dann im Laufe einer dynamischen Saison zu definieren ist, ist unter anderem abhängig von Matchglück, Schiedsrichterentscheidung, Verletzungen, Form, Innenpfosten rein, Innenpfosten raus.

Es muss krachen, es muss knallen. Wir wollen intensiven Fußball spielen, mit viel Dynamik attackieren, gleichgültig, ob wir den Ball haben oder nicht. Wir wollen immer nach vorne denken, nach vorne agieren - und dabei natürlich unsere Fans maximal mit ins Boot nehmen. Und dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht.

Vielen Dank für das aufschlussreiche und interessante Gespräch, Benjamin! Wir wünschen einen guten Punktspielstart gegen den Greifswalder FC sowie dem CFC eine erfolgreiche Saison!

 

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