CFC- und Aue-Trainer einig: „Fußball ist nicht immer das Wichtigste.“

Der Chemnitzer FC hat erstmals seit 1999 wieder im eigenen Stadion in einem Ligaspiel den Rivalen aus Aue besiegt. Ein medizinischer Notfall überschattete am Ende das Bezirksderby.

Chemnitz

Zwischen dem umjubelten 3:1 des eingewechselten Maximilian Fesser und dem Bekanntwerden, dass es unmittelbar nach dem Schlusspfiff auf der Gegengerade im „eins-Stadion – An der Gellertstraße“ einen medizinischen Notfall gegeben hatte, lagen nur wenige Augenblicke. „Spätestens nach diesem Vorfall sieht man, dass Fußball doch nicht das Wichtigste ist. Ich wünsche der betroffenen Person gute Besserung“, sagte Aue-Trainer Khvicha Shubitidze. CFC-Trainer Benjamin Duda ergänzte: „Ich schließe mich den Genesungswünschen an und drücke die Daumen, dass das alles ein positives Ende hat.“

Duda-Schützlinge bestehen Reifeprüfung

Der Chemnitzer FC hat nach fünf Spieltagen von den 15 möglichen Punkten insgesamt 13 eingefahren und sich – punktgleich mit dem Tabellenersten FC Rot-Weiß Erfurt – auf den zweiten Platz niedergelassen. Gegen den FC Erzgebirge Aue stellte Tom Baumgart, der von 2018 bis 2023 bei den Veilchen spielte, mit seinem Doppelpack in der ersten Halbzeit die Weichen auf Bezirksderbysieg. Nach der Pause erzielte FCE-Torjäger Marcel Bär den Anschlusstreffer und machte die Partie damit wieder spannend. „Das war heute eine große Reifeprüfung und meine Mannschaft hat diese – vor allem nach dem schnellen 1:2 – mit Bravour bestanden.“

CFC-Defensive als Prunkstück

Beim Halleschen FC rettete CFC-Schlussmann David Richter mit mehreren starken Paraden den Punktgewinn. Gegen Aue wiederum war der 27-jährige Torwart erneut stets auf dem Posten und verhinderte das – durchaus mögliche – 2:2. „Die Spiele in dieser Liga sind so, so eng, das heutige hat es wieder eindrucksvoll bewiesen. Mit einer starken Abwehrleistung und einem starken Rückhalt in zwei Schlüsselmomenten haben wir einen grandiosen Derbysieg eingefahren.“ Zeuge dieses wurden 13.101 Zuschauer im „eins-Stadion – An der Gellertstraße“.

Klares CFC-Commitment

In der 83. Minute ging es für Jan Löhmannsröben nicht mehr weiter. Für den 35-jährigen beinharten Innenverteidiger rückte in „einer ganz ekligen Situation“ Justin Gröger in die Innenverteidigung. „Er hatte eine Verhärtung und sofort den Wechsel angezeigt“, gab CFC-Trainer Duda sofort Entwarnung und fügte sogleich hinzu: „Wir haben ein klares Commitment: Sobald jemand etwas merkt, spürt oder auch gelb vorbelastet ist, wie Tobias Stockinger in der ersten Halbzeit, reagieren wir – aufgrund der Kaderbreite und -qualität – wesentlich früher als noch vergangene Spielzeit.“

Erster Bezirksderby-Heimsieg seit 1999

Der letzte Heimsieg des Chemnitzer FC über den FC Erzgebirge Aue in einem Ligaspiel datiert aus der Aufstiegssaison 1998/99. Am 06. März 1999 schlugen die Himmelblauen die Veilchen mit 2:0. Die Tore erzielten damals Sven Köhler und Alexander Tetzner vor 6.300 Zuschauern im „Stadion - An der Gellertstraße“. „Auf diesen Sieg im Bezirksderby haben alle Beteiligten, die uns jahrelang unterstützen, viel zu lange gewartet“, so Duda.

Gegen Oberligisten im „eins-Stadion“ im Spielrhythmus bleiben

Am Mittwoch testet der Chemnitzer FC gegen den Oberligisten VfB Empor Glauchau. Weil im „Sportforum Chemnitz“ weiterhin Baumaßnahmen ausgeführt werden, findet der freundschaftliche Vergleich im „eins-Stadion - An der Gellertstraße“ statt. Der Anstoß erfolgt um 18.45 Uhr. „Wir wollen die kommende Woche nutzen, um gewisse Wunden zu lecken, die Batterie wieder aufzuladen und mit dem Testspiel gegen Glauchau den Spielrhythmus beizubehalten.“ Am Dienstagnachmittag steht die erste Trainingseinheit auf der Agenda.

Himmelblauer Fan stirbt nach Bezirksderby

Der Chemnitzer FC teilte am Sonntag eine traurige Nachricht mit: „Nach dem medizinischen Notfall unmittelbar nach dem gestrigen Bezirksderby erreichte uns heute die Nachricht, dass unser Anhänger im Krankenhaus verstorben ist. Wir sind zutiefst betroffen und sprechen der Familie, seinen Freunden und Angehörigen unser aufrichtiges Mitgefühl aus.“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Vereins.


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