Chef-Wechsel im Kaufhof Chemnitz

Wirtschaft Agâh Schaumburg löst Karl Doersch ab

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Karl Doersch (li.) und Agâh Schaumburg. Foto: Andreas Seidel

"Mit welchem Gefühl ich am Samstag aufstehe, kann ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen. Das wird spannend", meinte Karl Doersch Mitte der Woche. Denn nach rund 47 Jahren im Kaufhof-Konzern und zwölf Jahren an der Spitze der Galeria Kaufhof Chemnitz trat der Geschäftsführer Ende März seine letzte Arbeitswoche an.

Was bleibe, sei die Dankbarkeit darüber, so lange an einem Standort tätig gewesen zu sein - nicht nur innerhalb der gläsernen Wände des Warenhauses. So engagierte er sich als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Innenstadt Chemnitz und als Mitglied des Einzelhandelsausschusses und der Regionalversammlung der IHK. "Es waren spannende Jahre mit einer tollen Mannschaft. Seit der Kaufhof-Eröffnung 2001 hat sich die Innenstadt überaus positiv zu einem Anziehungspunkt für Besucher von nah und fern entwickelt."

Die überregionale Bedeutung lasse sich unter anderem an den Kfz-Kennzeichen im Parkhaus ablesen. Während Doersch die Chemnitzer Eigenheiten, speziell der City, schon aus dem Effeff kennt, konzentrierte sich sein Nachfolger diese Woche zunächst auf die Übergabe der Filiale mit ihren rund 200 Mitarbeitern.

Agâh Schaumburg übernimmt am 1. April

Die Verkaufsfläche von rund 22.000 Quadratmetern wird ab April von Agâh Schaumburg geleitet, der am 1. Januar zu Kaufhof wechselte und seitdem auf die Geschäftsführertätigkeit vorbereitet wurde.

Nach seinem Volkswirtschaftsstudium durchlief der zweifache Vater eine Managementlaufbahn im Einzelhandel. "Mich hat vor allem die Schönheit des Hauses beeindruckt. Ich freue mich darauf das Team und die Kunden in Chemnitz kennen zu lernen. Das wird mein erster Schwerpunkt sein. Danach befasse ich mich Stück für Stück mit allem, was Chemnitz noch zu bieten hat", sagte der 40-jährige Hobbyhandballer, der das Modell Warenhaus als "Königdisziplin des Handels" bezeichnete.

Für die Zukunft bescheinigte Karl Doersch "einem der schönsten Kaufhof-Häuser Deutschlands" jedenfalls noch einige Perspektiven: "Wir haben uns beispielsweise die weitere Verzahnung von stationärem und Online-Handel auf die Fahnen geschrieben. Darüber hinaus gibt es Bereiche, in denen wir uns noch mehr zutrauen - unter anderem beim Ausbau der Damen-Welten oder in Sachen Eventmarketing", so Doersch, der sich jetzt auf den Ruhestand und über mehr Zeit mit seiner Enkelin und fürs Golfspielen freut.