Chemnitz baut kräftig Schulden ab

Stadtrat Vorzeitiger Kredittilgung wurde zugestimmt

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Foto: Getty Images/iStockphoto/Stefan Ataman

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch einstimmig einem kräftigen Schuldenabbau zugestimmt. War bisher für 2017 die Tilgung von zehn Millionen Euro beschlossen worden, sollen jetzt noch einmal 13 Millionen Euro hinzukommen.

Ursprünglich sollten auslaufende Kredite über diese Höhe erneuert werden; darauf will die Stadt jetzt verzichten und diese Kredite einfach vollständig tilgen. Ursache dafür ist die gute Liquidität der Stadt, so Kämmerer Sven Schulze.

Stadt plant Strafzinsen ein

Derzeit seien etwa 100 Millionen Euro städtisches Geld anzulegen. "Es gibt eine nicht geringe Zahl von Banken, die unser Geld nicht mögen", so Schulze vergangene Woche gegenüber Journalisten - ein Problem, dass Chemnitz aufgrund der aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank mit anderen Städten teilt.

Deshalb sind im städtischen Haushalt bereits 400.000 Euro pro Jahr für eventuell notwendige Strafzinsen für Geldanlagen eingeplant. "Bis jetzt konnten wir solche Strafzinsen aber vermeiden", sagte Schulze. Damit das so bleibt, wird das vorhandene Geld nun dafür genutzt, Kredite schneller abzubezahlen - Vorfälligkeitsstrafen sind dafür laut Schulze nicht zu berappen.

Bereits 130 Millionen Euro Schulde abgebaut

Mit der zusätzlichen Tilgung soll die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt bis zum Jahresende auf 631 Euro je Einwohner sinken - Ende 2016 waren es noch 823 Euro. Seit 2006 konnte die Stadt sogar 130 Millionen Euro Schulden abbauen - so hat sich der städtische Schuldenberg in den vergangenen elf Jahren beinahe halbiert.

Das übrige städtische Geld soll unter dem Aspekt der Risikominimierung breit gestreut werden. "Der Faktor Sicherheit bleibt oberstes Ziel unserer Geldanlagen", versprach Schulze. Einer entsprechenden Grundsatzentscheidung stimmte der Stadtrat am Mittwoch ebenfalls einhellig zu.