Chemnitz forscht am Auto der Zukunft

TU Chemnitz Universität entwickelt besonders leichte Bauteile

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Michael Schrank, Professur Alternative Fahrzeugantriebe, mit einer Felge als Leichtbauradscheibe und Jürgen Tröltzsch, Geschäftsführer von Cluster of Excellence mit einem Leichtbaufahrzeugsitz im Multi-Material-Design. Foto: Toni Söll

An nichts Geringerem als dem Auto der Zukunft basteln die Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Chemnitz. Es wird vor allem an besonders leichten Materialien bzw. deren Kombination geforscht, die heutige schwere Stahlkonstruktionen ersetzen könnten. Autos werden somit leichter und CO2-Emissionen reduzieren sich. Diese ehrliche Strategie, saubere Autos zu entwickeln, hat durchaus aktuelle Relevanz. Und sie ist erfolgreich. Den Chemnitzern ist es unter anderem gelungen, eine Autofelge zu entwickeln, welche bei gleichen Eigenschaften wie eine herkömmliche, nur drei Kilogramm wiegt. Eine normale Stahlfelge wiegt das Doppelte.

Zudem wurde an der Chemnitzer TU auch ein spezieller Autositz entwickelt. Er ist nicht nur leichter als herkömmliche Sitze, sondern auch auf die individuellen Bedürfnisse des Fahrers zugeschnitten. Jürgen Tröltzsch, Geschäftsführer des Bundesexzellenzclusters "MERGE", erklärt: "Wir bauen einen leichten Sitz ohne Komforteinbußen. Verschiedene Materialien werden dafür verbunden, sodass die herkömmliche Stahlkonstruktion nicht mehr gebraucht wird. Je nach Käuferanforderungen können die Polster unterschiedlich angefertigt werden."

Das Bundesexzellenzcluster "MERGE" bildet den Rahmen für die in Deutschland einzigartigen Forschungsarbeiten. Über fünf Jahre werden insgesamt 31 Millionen Euro Fördergeld für die Entwicklung von Leichtbaustrukturen gezahlt. Diese sind vor allem für die Autobranche interessant. Passend dazu, wird sich an der TU auch mit alternativen Antrieben beschäftigt. Aktuell, so erklärt Mitarbeiter Michael Schrank, wird an einem neuen Batterie- und Steuerungsmodul für Elektroautos gearbeitet. "Im nächsten Entwicklungsschritt soll ein intelligentes Brennstoffzellen-System zum Einsatz kommen, um die Batterie zu ersetzen", so Schrank weiter.