Chemnitz sichert ambulante Behandlung für Krebspatienten

Klinik Ambulante Versorgung soll weiter ausgebaut werden

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Foto: Dr. Heinz Linke/Getty Images

Viele Behandlungen von Krebserkrankungen können heutzutage ambulant durchgeführt werden. Das birgt den großen Vorteil, dass der Patient zu Hause bleiben kann und so nicht aus seiner gewohnten Umgebung fort muss.

Der Landesausschuss Sachsen hat nun dem Klinikum Chemnitz die Berechtigung erteilt, Patienten in der neuen ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) aufzunehmen.

ASV für Tumore im Verdauungstrakt und in der Bauchhöhle

Das Klinikum sichert mit dem Team aus 17 Kern-Mitgliedern und 27 Fachärzten so die ambulante Versorgung schwererkrankter Krebspatienten in der Region Südwestsachsen. Die neue Einrichtung ist spezialisiert auf Tumore im Verdauungstrakt und in der Bauchhöhle.

Die qualifizierten Fachkräfte kommen aus dem Klinikum oder aus Niederlassungen aus der Region. Die ASV steht unter der Leitung von Dr. med. Susanne Hamann. Sie ist Onkologin und Oberärztin in der Abteilung für Innere Medizin im Klinikum Chemnitz.

"Wer in einer ASV behandelt wird, das hat der Gesetzgeber streng definiert", sagt die Teamleiterin. Ihr Team sei auf schwerstkranke Patienten spezialisiert, bei denen der Krebs Metastasen gebildet hat, die Erkrankung nach erfolgreicher Erstbehandlung wieder aufgetreten ist oder eine Radiochemotherapie nötig ist. "Oder die Patienten noch dazu schwere Nebenerkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes oder HIV haben", sagt Dr. med. Hamann weiter.

Eine ambulante Behandlung erfordert Organisation

Die ambulante Behandlung solcher schweren Erkrankungen erfordert eine gute Organisation. Wie wichtig der Aspekt der Planung dabei ist, zeigen Anrufe und E-Mails, die der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums von Betroffenen und ihren Angehörigen erhält.

Das Team der Chemnitzer ASV besteht aus Ärzten, die eine gewisse Routine in den therapeutischen Maßnahmen mitbringen. Wie die Pressestelle des Klinikums Chemnitz mitteilte, bringen auch die meisten Patienten bereits durch vorherige Behandlungen Erfahrungen in den Abläufen des Krankenhauses mit. Das spart nicht nur Zeit sondern schafft auch Sicherheit und Geborgenheit, so das Klinikum.

500 Erkrankte pro Jahr werden erwartet

Das Klinikum erwartet einen Anklang von circa 500 Erkrankten, die pro Jahr die ASV wahrnehmen. Des Weiteren soll bis Anfang 2018 auch der Ausweitung auf gynäkologische Tumore zugestimmt werden. Das Onkologische Centrum Chemnitz bereitet bereits den Antrag vor.