Chemnitz startet Großbaustelle in der City: Was das Verkehrsprojekt jetzt für Pendler bedeutet

Am Falkeplatz und in der Mühlenstraße starten umfangreiche Bauarbeiten – mit Einschränkungen für Verkehr und ÖPNV

Chemnitz

Der Bau der neuen Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna hat begonnen. Der Auftakt der Bauarbeiten für die Umsetzung der vierten Stufe des Chemnitzer Modells (CM4) erfolgt zeitgleich an zwei zentralen Stellen im Stadtgebiet: am Falkeplatz sowie in der Mühlenstraße. Das bringt in den kommenden Monaten Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer mit sich.

Verkehrseinschränkungen am Falkeplatz

Mit Beginn der Bauarbeiten kommt es am Falkeplatz zu deutlichen Veränderungen für den motorisierten Verkehr. So entfallen einzelne Fahrspuren, wodurch der Verkehrsfluss eingeschränkt wird. Ab dem 19. Februar ist zudem das stadtwärtige Linksabbiegen von der Zwickauer Straße in die Theaterstraße nicht mehr möglich. Ausgeschilderte Umleitungen führen über die Reichsstraße und die Weststraße. Der Bauabschnitt am Falkeplatz soll voraussichtlich bis 7. Mai abgeschlossen sein.

Vollsperrung der Mühlenstraße

Auch in der Mühlenstraße begannen am Montagmorgen die Vorbereitungen für die Bauarbeiten. Zwischen der Brückenstraße und der Höhe Stadtbad wird die Straße vollständig gesperrt. Zufahrten sowie Zugänge zu den angrenzenden Gebäuden bleiben jedoch jederzeit möglich. Der Verkehr wird über Hartmannstraße, Bergstraße, Schlossteichstraße und Müllerstraße umgeleitet. Dieser Bauabschnitt ist bis voraussichtlich 3. Juni angesetzt.

Bahnring als Schlüsselprojekt des CM4

Der Bau des Bahnringes schließt bestehende Gleislücken in der Brücken- und Theaterstraße. Im Rahmen von CM4 entstehen neue Gleise vom Falkeplatz über die Theaterstraße bis zur Brückenstraße und weiter zur Kreuzung Straße der Nationen. Zusätzlich wird die Hartmannstraße bis zur Ermafa-Passage in das Schienennetz eingebunden. Ab dem Jahr 2028 verlagern sich die Bauarbeiten in der Innenstadt auf weitere Abschnitte, darunter der sogenannte Zentrumsring 2 sowie weitere Maßnahmen in der Hartmannstraße.

Auswirkungen auf Busse und Bahnen

Auf den städtischen Bus- und Straßenbahnlinien der CVAG wird es zeitweise zu veränderten Linienführungen und Einschränkungen kommen. Aktuelle Informationen stellt die CVAG laufend online zur Verfügung. Auch Nutzerinnen und Nutzer von regionalen Buslinien, die ins Stadtzentrum führen, werden gebeten, sich vor Fahrtantritt beim jeweiligen Verkehrsunternehmen oder über die Echtzeitauskunft des VMS zu informieren.

Mühlenstraße wird grundhaft erneuert

Im Zuge des Ausbaus des Chemnitzer Modells wirkt sich die Maßnahme auch auf den Ast der Mühlenstraße aus. Auf rund 170 Metern Länge wird die Straße an den neuen Knotenpunkt Brückenstraße/Theaterstraße angepasst. Da die Verkehrsanlagen in diesem Bereich bereits starke Schäden aufweisen, nutzt die Stadt Chemnitz die Gelegenheit für eine grundhafte Erneuerung. Der Verkehrsraum wird künftig neu aufgeteilt, mit angepassten Breiten für Autos, Radfahrer und Fußgänger sowie mehr Raum für Grünflächen. Der bisher mittig liegende Parkstreifen wird durch Rasenflächen und neue Bäume ersetzt. Zusätzlich wird die Bushaltestelle „Am Stadtbad“ barrierefrei ausgebaut.

Ersatzneubau der Brücke am Falkeplatz

Auch am Falkeplatz steht nicht nur Gleisbau an. Die dortige Brücke besteht aus drei Teilbauwerken, die aufgrund zahlreicher Schäden den künftigen Anforderungen des Chemnitzer Modells nicht mehr genügen. Deshalb ist ein kompletter Ersatzneubau der Brücke vorgesehen, um die neue Bahnstrecke dauerhaft und sicher aufnehmen zu können.

Langfristiges Projekt mit hoher Investition

Die Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna ist ein Großprojekt und verursacht Kosten im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Finanziert wird das Vorhaben überwiegend durch den Bund, ergänzt durch Mittel des Freistaates Sachsen sowie Beiträge der Stadt Chemnitz und des ZVMS. Der Chemnitzer Bahnring bis zur Ermafa-Passage soll voraussichtlich 2030 fertiggestellt sein. Die vollständige Bahnlinie mit einer Länge von rund 16 Kilometern soll Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen.

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