Chemnitz: Unterm Strich ein positives Arbeitsjahr

Bilanz Einzig Jugendarbeitslosigkeit gestiegen

chemnitz-unterm-strich-ein-positives-arbeitsjahr
Foto: shironosov/iStockphoto

Die Agentur für Arbeit Chemnitz zieht eine positive Jahresbilanz für 2017 und verzeichnet mit 9.353 arbeitslosen Frauen und Männern im Jahresdurchschnitt erneut den niedrigsten Wert seit Beginn der aktuellen statistischen Aufzeichnungen. Im Vergleich zu 2016 waren letztes Jahr im Schnitt 1.030 Arbeitslose beziehungsweise 9,9 Prozent weniger gemeldet.

Jugendarbeitslosigkeit zugenommen

Einen Anstieg verzeichnet die Arbeitsagentur allerdings bei der Jugendarbeitslosigkeit. Durchschnittlich 805 junge Menschen unter 25 Jahre waren im vergangenen Jahr als arbeitslos registriert. Gegenüber dem Vorjahr sind das 48 Jugendliche beziehungsweise 6,4 Prozent mehr.

"Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist auf die vermehrten Zugänge im Kontext von Flucht und Asyl zurückzuführen. Rund ein Drittel dieses Personenkreises ist unter 25 Jahre", erläutert Angelika Hugel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Chemnitz.

Positiver Ausblick für die Zukunft

"Genau hier ist jedoch auch viel Potenzial für die Zukunft. Nach Spracherlernung sowie Aus- oder Weiterbildung können diese jungen Menschen für freie Arbeitsstellen vorbereitet werden. Das braucht Zeit, aber wir sehen erste Erfolge auf diesem Weg."

Bei älteren Arbeitnehmern über 50 Jahre waren im vergangenen Jahr 13,4 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als noch 2016. Hugel: "Neben demografischen Aspekten liegt der Rückgang bei den älteren Arbeitslosen auch daran, dass diese Personengruppe ebenfalls von der hohen Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen profitiert."

Langzeitarbeitslose profitieren

Zudem sei erfreulich, dass Langzeitarbeitslose zunehmend besser von der positiven Arbeitsmarktsituation profitieren können. Im Jahr 2017 waren durchschnittlich 3.405 Frauen und Männer länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr sind das 855 Langzeitarbeitslose weniger, ein Rückgang von 20,1 Prozent.

"Unternehmen sind auch weiterhin gut beraten, wenn sie diese Bewerber bei ihren Stellenbesetzungen berücksichtigen, denn sie bringen häufig viel Erfahrung mit und sind für einen Arbeitsbeginn sofort verfügbar", so die Chefin der Chemnitzer Arbeitsagentur.

Die Prognose für 2018

"Im Jahr 2018 rechnen wir mit einer stabilen und positiven Entwicklung des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes. Fach- und Arbeitskräfte werden weiterhin gefragt sein, auch der Bedarf an Bewerbern für Berufsausbildungsstellen bleibt hoch. Unser oberstes Ziel, Menschen in Arbeit oder Ausbildung zu bringen, bleibt für uns handlungsweisend", sagt Angelika Hugel. Wichtig sei dabei, den neuen Anforderungen der Arbeitswelt 4.0 durch die zunehmende Digitalisierung gerecht zu werden.

"Unsere Aktivitäten richten wir individuell an den Bedürfnissen der einzelnen Personengruppen aus. Besonders im Fokus stehen dabei die Menschen, die einen erschwerten Zugang zum Arbeits- oder Ausbildungsmarkt haben.

Dazu gehören Ältere, Langzeitarbeitslose, Zuwanderer, Menschen mit Handicap, Jugendliche ohne Abschluss, aber auch alle anderen, die multiple Vermittlungshemmnisse haben. Uns steht ein umfangreiches Portfolio an Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Die berufliche Weiterbildung liegt uns dabei besonders am Herzen. Denn eine gute Qualifikation verbessert bei Arbeitslosen die Vermittlungschancen und bei Beschäftigten sichert diese den Arbeitsplatz."