Chemnitz verliert ein emotionales Spiel in Lotte 1:3

Fussball Chemnitz kann frühen Rückstand nicht aufholen

Foto: Dominic Falke

Der Chemnitzer FC hat am Samstag die große Chance verpasst, sich im Kampf gegen den Abstieg richtig zurück zu melden. Das Team von Cheftrainer David Bergner verlor vor 2.312 Zuschauern bei den Sportfreunde Lotte nicht nur 1:3 (0:2), sondern auch noch Spieler Daniel Frahn, der zu Beginn des zweiten Abschnitts vom Platz gestellt wurde.

"Wir haben heute ein sehr emotionales Spiel gesehen. Mir ist es unerklärlich, wie wir die ersten 20 Minuten Fußball gespielt haben. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, Vier, fünf Spieler haben in dieser Phase nicht die Leistung erbracht, die man im Abstiegskampf benötigt. Nach dem 0:2 sind wir aufgeweckt, waren nach Wiederanpfiff die bessere Mannschaft. Doch leider stand heute ein Mann auf dem Platz, der nicht seinen besten Tag hatte. Mehr möchte ich dazu nicht sagen", erklärte CFC-Cheftrainer David Bergner.

Chemnitz startet sehr schlecht

Was wurde im Vorfeld der Begegnung im Chemnitzer Lager nicht alles ge - und versprochen! Doch sämtliche guten Vorsätze waren bereits in der 7. Minute schon wieder Makulatur. Denn mit der ersten Chance des Spiels klingelte es im Chemnitzer Kasten. Moritz Heyer hatte wenig Mühe, im Anschluss an einen Eckball zum 1:0 für die Hausherren einzuköpfen. Anschießend bewegte sich das Spiel auf einem sehr überschaubarem Niveau, immerhin konnte sich Lotte am weiteren Verlauf des Punktspiels erfreuen. Nachdem in der 17. Minute Kevin Tittel von Heyer einen Kopfball im letzten Moment parieren konnte, bekam ihn Marcus Mlynikowski an das Knie und beförderte das Spielgerät dadurch zum 2:0 für die Westfalen ins eigene Tor.

Danach skandierten die Chemnitzer Fans "Aufwachen!" - doch ihre Lieblinge schienen diese Ansage nur sehr bedingt zu hören. Die Chemnitzer Kicker hatten schwer damit zu kämpfen, den schweren Happen des 0:2 zu verdauen. Kaum eine Aktion gelang, nur wenige Pässe kamen an. Es dauerte bis zur 35. Minute, um die erste nennenswerte Möglichkeit des CFC zu notieren.

Feierabend für Trainer David Bergner

Ein Kopfball von Myrolslav Slavov ging knapp über das Tor. Während die Platzherren tatsächlich "Volle Lotte" spielten, schien dem himmelblauen Personal die notwendige Energie in diesem wichtigen Match zu fehlen. In der 41. Minute war es Janik Bachmann zu verdanken, dass es nicht 0:3 stand- er klärte per Kopf auf der Linie. Die Himmelblauen kamen zum Ende des ersten Durchgangs zwar etwas besser in Fahrt, doch für akute Gefahr sorgten sie im Lotter Strafraum nicht.

Nach dem Seitenwechsel war für Trainer David Bergner auf der Bank des Chemnitzer FC Feierabend. Nach einer strittigen Entscheidung des Referees hatte er sich bei Schiedsrichter Benedikt Kempkens etwas intensiver beschwert und musste dafür nach reichlich 50 Minuten auf die Tribüne. "Ich habe aus Ärger über eine Schiedsrichterentscheidung eine Wasserflasche auf den Boden geworfen. Das war alles", erklärte der Trainer.

Spielunterbrechung nach einer Stunde

Ganz dick kam es nach einer knappen Stunde, als der Referee Daniel Frahn nach einem Wortgefecht mit gelb-rot vom Platz schickte. "Dass wir verloren haben, liegt sicher an den ersten 20 Minuten. In denen haben wir uns das Leben richtig schwer gemacht. Dennoch hat der Schiedsrichter aus meiner Sicht mehrere glasklare Fehlentscheidungen getroffen", sagte Frahn. Die Situation führte dazu, dass einigen Fans im Block des CFC die Sicherungen durchbrannten. Ein Platzsturm wurde zwar abgewendet, doch ein Absperrzaun wurde demoliert und aufgebrochen. Die Partie wurde deshalb eine knappe Viertelstunde unterbrochen.

Nachdem sich alle beruhigt hatten, rollte der Ball wieder. Chemnitz mühte sich, so prüfte Mlynikowski den gegnerischen Torwart per Kopf. Dennoch blieb Tittel im Chemnitzer Kasten nicht arbeitslos, so entschärfte er einen Ball von Maximilian Oesterhelweg. Doch dann keimte Hoffnung im Chemnitzer Lager. In der 86. Minute bediente Julius Reinhardt Slavov, der aus Nahdistanz zum 1:2 traf. Die Himmelblauen erhöhten nun noch einmal die Schlagzahl und setzten in Unterzahl alles auf eine Karte, zumal wegen der Unterbrechung reichlich nachgespielt wurde. Doch schließlich machten die Gastgeber mit dem dritten Treffer den Deckel drauf. Jetzt hat der CFC wieder sieben Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.