Chemnitz will sich eine neue Kulturstrategie geben

Debatte Voraussetzung zur Bewerbung um den Titel der "Europäischen Kulturhauptstadt 2025"

chemnitz-will-sich-eine-neue-kulturstrategie-geben
Foto: bl/Beate Kuretzky

Chemnitz will sich eine neue Kulturstrategie geben: Bis zum Jahr 2030 soll sie gelten - aktuell wird sie erarbeitet, auch als Voraussetzung für die Bewerbung um den Titel der "Europäischen Kulturhauptstadt 2025". Vorige Woche wurde ein erster Entwurf öffentlich vorgestellt, nach Zuarbeit aus Arbeitsgruppen entstanden.

Zahlreiche Köpfe aus der städtischen Kulturszene waren beteiligt. Die Besonderheit der Kulturstrategie: Nicht einzelne Sparten werden beleuchtet, sondern grundsätzliche Fragen zum Beispiel zur Förderung durch die Stadt, zur Vermarktung von Angeboten oder auch zur Einbindung der Kultur- und Kreativwirtschaft werden in dem Papier beleuchtet.

Konkrete Maßnahmen fehlen noch

Insgesamt wolle man "Raum für Altbewährtes ebenso wie Raum für Experimente, Raum für Ungeduld und Raum für Entschleunigung" bieten. Derzeit skizziert das Konzept vor allem "Visionen" und "Missionen" - konkrete Maßnahmen sind daraus derzeit noch nicht abgeleitet. Dies war auch einer der Hauptkritikpunkte, die vor allem Mitstreiter aus den Arbeitsgruppen äußerten. So sagte Sabine Wolfram, Direktorin des Archäologiemuseums smac: "Das Fehlen der Maßnahmenpakete schadet dem Geist des Entstehungsprozesses."

So bleibt am konkretesten derzeit der Wunsch aus verschiedenen Arbeitsgruppen nach einer "Akademie" haften: Hier könnten sich unterschiedliche Künste und Kulturszenen begegnen und den regionalen wie internationalen Austausch pflegen. Kulturamtsleiter Ferenc Csak hingegen erklärte, konkrete Maßnahmen zum Umsetzen der Strategie würden in der nächsten Prozessphase eingearbeitet. Im Herbst soll der Stadtrat über die Kulturstrategie abstimmen - bis dahin sind noch einige große Schritte zu gehen.