Chemnitzer Ausbildungsmarkt mit mehr Bewerbern auf weniger Plätzen: Diese Berufe sind bei jungen Menschen besonders gefragt

Die Arbeitsagentur Chemnitz hat die Halbjahresbilanz zum Ausbildungsmarkt 2025/26 veröffentlicht. Mehr Bewerber, weniger gemeldete Stellen und klare Trends bei den beliebtesten Ausbildungsberufen.

Chemnitz

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Agentur für Arbeit Chemnitz haben die neue Halbjahresbilanz des Berichtsjahres 2025/26 am Chemnitzer Ausbildungsmarkt für den Zeitraum 1. Oktober 2025 bis März 2026 veröffentlicht. Besonders gefragt sind klassische Ausbildungsberufe, während viele Stellen im Handel und technischen Bereich verfügbar sind.

Erfasst wurden hierbei ausschließlich gemeldete Bewerber und Bewerberinnen und Ausbildungsstellen, die über Arbeitsagenturen oder Jobcenter gemeldet wurden. Die Meldung ist freiwillig, daher bildet die Statistik den Markt nicht vollständig ab.

Nachfrage nach Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche steigt

Demzufolge gab es im genannten Zeitraum 992 Bewerber und Bewerberinnen (darunter 614 Männer, 62 Prozent und 378 Frauen, 38 Prozent), die Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsberuf bei der Agentur für Arbeit gesucht haben. Das sind 167 Personen und 20,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die meisten Bewerber und Bewerberinnen waren unter 20 Jahren (71 Prozent), 23 Prozent waren im Alter von 20 bis 25 Jahren. 53 Prozent von allen 992 Personen konnten einen Realschulabschluss vorweisen, 28 Prozent einen Hauptschulabschluss, rund 7 Prozent ein Abitur und 3,7 Prozent waren ohne Abschluss.

Weniger gemeldete Ausbildungsplätze als im Vorjahr

Zur Verfügung standen 926 gemeldete Ausbildungsstellen, das sind 207 erfasste Stellen weniger als im Vorjahr. Daraus ergibt sich eine steigende Nachfrage, während das gemeldete Angebot rückläufig ist.

Das sind die beliebtesten Ausbildungsberufe in Chemnitz

Unter den erhobenen Daten zeigen sich deutliche Tendenzen, welche Berufswünsche die jungen Menschen in Chemnitz haben. Dabei dominieren die klassischen, bekannten Berufe.

  • 1. Kfz-Mechatroniker/in (PKW) - 81
  • 2. Verkäufer/in - 70
  • 3. Kaufmann/-frau Büromanagement - 62
  • 4. Fachlagerist/in - 37
  • 5. Fachinformatiker/in (Anwendungsentwicklung) - 35
  • 6. Kaufmann/-frau im Einzelhandel - 34
  • 7. Berufskraftfahrer/in - 28
  • 8. Friseur/in - 27
  • 9. Koch/Köchin - 23
  • 10. Medizinische/r Fachangestellte/r - 21

Das sind die beliebtesten Berufsfelder

Folgende Berufsfelder waren bei den Bewerbenden am meisten gefragt: Fahrzeugtechnik, Handel/Verkauf, Büro/Verwaltung und Logistik. Die meisten Ausbildungsstellen gab es jedoch in den Bereichen Einzelhandel und Verkauf. Besonders im Baugewerbe gingen die Zahl der Ausbildungsplätze um 56,7 Prozent zurück.

Mehr ausländische Bewerber und Bewerberinnen

In den Daten fiel auf, dass es in diesem Halbjahr einen starken Anteil von 21,9 Prozent an ausländischen Bewerber/innen gab. Es waren insgesamt 217 von 992 Personen ausländischer Herkunft.

44,5 Prozent der Gesamtzahl waren Altbewerbende, also hatten sich zuvor schon für Ausbildungsplätze beworben und 63,3 Prozent der Bewerbenden sind aktuell unterversorgt. Letzteres ist zum aktuellen Zeitpunkt typisch, da die finalen Zusagen für Ausbildungsplätze meist im weiteren Jahresverlauf erst stattfinden.

Verhältnis Angebot und Nachfrage: Bewerberüberhang

Die Agentur für Arbeit verwies in der Halbjahresbilanz darauf, dass auf 100 Ausbildungsplätze 108 Bewerbende kämen. Das bedeutet, dass es auf Grundlage der gemeldeten Daten einen Bewerberüberhang gibt.

Die Agentur für Arbeit zieht folgendes Fazit: Die Entwicklung zeigt eine steigende Nachfrage bei gleichzeitig rückläufig gemeldeten Stellen. Damit nimmt die Konkurrenz um Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr zu. Die wirtschaftliche Lage wirkt sich auch auf das Ausbildungsangebot aus und eine professionelle Berufsorientierung wird immer wichtiger für junge Menschen.

Ein zentrales Problem bleibt der Mismatch am Ausbildungsmarkt: Viele Bewerber konzentrieren sich auf wenige, bekannte Wunschberufe, während in anderen - insbesondere technischen und industriellen Bereichen - weiterhin zahlreiche Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen.

Hier finden junge Leute Hilfe in der Berufsberatung

Junge Menschen, die Unterstützung bei der Berufswahl suchen, können auf verschiedene Beratungsangebote der Agentur für Arbeit zurückgreifen. Neben der persönlichen Beratung, etwa über die Jugendberufsagentur Chemnitz, stehen auch zahlreiche digitale Angebote zur Verfügung. Plattformen wie "meinBERUF", "BERUFNET" oder "Check-U" bieten Informationen zu Berufen, Studienmöglichkeiten und individuellen Stärken. Ergänzend helfen Online-Tests und Veranstaltungskalender, eigene Fähigkeiten einzuschätzen und passende Ausbildungswege zu finden.

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