Chemnitzer Designer setzt Maßstäbe

menschen Formgestalter Karl Clauss Dietel feierte jetzt seinen 85. Geburtstag

Er sei einer der wichtigsten Formgestalter in Deutschland, sagte Bürgermeister Ralph Burghart am Freitag bei der Feierstunde zum 85. Geburtstag von Karl Clauss Dietel in den Kunstsammlungen. In Millionen von Haushalten seien die Designklassiker des 1934 in Reinholdshain bei Glauchau geborenen Dietel zu finden - von Autos über Schreib- und Strickmaschinen bis hin zu Türen und Bänke stammen seine Entwürfe.

Wichtig waren dem Formgestalter dabei immer die "Großen 5 L", wie er einmal sagte: "Langlebig sollten unsere Dinge sein. Leicht müssen unsere Dinge werden, um es uns nicht so schwer zu machen. Lütt, klein, ist jede Sache im Raum anzustreben. Lebensfreundlich soll die zweite Natur erwachsen, die der Mensch sich erschafft. Leise möchten die Dinge um uns sich verhalten.", so Karl Clauss Dietel im Jahr 1982.

Formgestalter erhielt höchste offizielle Design-Auszeichnung

Nach einer Ausbildung zum Maschinenschlosser in Glauchau studierte Dietel bis 1956 an der Ingenieurschule für Kraftfahrzeugbau Zwickau und bis 1961 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er arbeitete als Formgestalter zunächst bis 1963 im Zentrum Entwicklung und Konstruktion für den Fahrzeugbau Karl-Marx-Stadt, danach freischaffend.

Als Honorarprofessor lehrte er an Burg Giebichenstein, leitete vier Jahre die Fachschule für angewandte Kunst Schneeberg. Als erster Formgestalter der DDR erhielt Clauss Dietel am 25. September 2014 den vom Bundeswirtschaftsministerium als höchste offizielle deutsche Auszeichnung im Bereich Design verliehenen Bundesdesignpreis für sein Lebenswerk.

Dietels private Sammlung an Designschätzen soll demnächst sowohl im Industriemuseum als auch in den Chemnitzer Kunstsammlungen zu sehen sein. Der Kulturausschuss hatte im September dem Kauf der Sammlung grünes Licht gegeben.