Chemnitzer geht in Schottland an den Start

Motorsport Frank Borchers ist seit mehr als 40 Jahren erfolgreicher Trialsportler

Obwohl Frank Borchers bei Wettkämpfen mit dem Motorrad unterwegs ist, spielen bei ihm Geschwindigkeit und PS- Stärke keine Rolle. Denn der 58-Jährige geht als Trial-Pilot an den Start. In dieser Sportart geht es darum, abgesteckte Sektionen, die mit künstlichen oder natürlichen Hindernissen versehen sind, zu durchfahren. Pro Bodenberührung mit dem Fuß gibt es einen Strafpunkt. Der Fahrer mit den wenigsten Zählern gewinnt. Borchers zählte gerade einmal 16 Lenze, als er der Eubaer Trial-Institution Günter Ruttloff über den Weg lief und dadurch offenbar mit dem Motorradtrial-Virus infiziert wurde. Zwar legte Borchers dann nach der Wende eine vorübergehende sportliche Pause ein. Doch die Liste der absolvierten Wettkämpfe und eingefahrenen Erfolge ist lang. Fast könnte man denken, dass den Balancekünstler nichts mehr aus der Ruhe bringen könnte. Doch in diesem Jahr steht Borchers vor einer großen Herausforderung. Gemeinsam mit Ruttloff wird er am ersten Wochenende im Mai beim Pre 65 Scottish Trial in der Nähe von Edinburgh an den Start gehen. Die Teilnahme an diesem sportlichen Gipfeltreffen gleicht in der Szene einem Ritterschlag. Denn stets werden nur 200 Fahrer für dieses einmal jährlich stattfindende Spektakel eingeladen. Der Chemnitzer Fahrer wurde einst als Mitglied des MC Barkas Karl-Marx-Stadt in die Nationalmannschaft der DDR berufen. 1986 holte er sich in der so genannten Leistungsklasse 2 den DDR-Meistertitel.

Zudem war der Trialer mit dabei, als die Mannschaft des MC Barkas die nationale Meisterschaft einfuhr. Nach der Wende wurde das Zweirad erst einmal für ein Jahrzehnt eingelagert, um dann im Jahr 2000 die Spezialmaschine wieder aus der Garage zu holen. Seitdem ist Borchers regelmäßig als Mitglied des MC Flöha als Hobbyfahrer im Classic-Trial unterwegs.