Chemnitzer Know-How für die Elbphilharmonie

Handarbeit Firma Fiber-Tech fertigte Fassadenelemente für das neue Hamburger Wahrzeichen

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Andreas Wesner prüft die Qualität der Hochglanzoberfläche der Elemente, die mittlerweile in der Hamburger Elbphilharmonie verbaut sind. Foto: Fiber-Tech/Wolfgang Thieme

Es war das kulturelle Großereignis des noch jungen Jahres 2017: die Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie am 11. Januar. Insgesamt 110 Meter ragt das neue Wahrzeichen der Hansestadt in die Höhe, an dem auch die Firma Fiber-Tech mitwirkte. Der Chemnitzer Spezialist für faserverstärkte Werkstoffverbunde baute in Chemnitz bereits das modernste Gebäude der Universität, das "MeTeOr" mit einer organisch geformten Fassade aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Für die Glasfassade der Elbphilharmonie, die optisch an ein Segel oder an Wasserwellen erinnert, wollte man auch einen Bezug zur Musik herstellen. So sollten Fassadenelemente zum Einsatz kommen, die stark an eine Stimmgabel erinnern.

Zusammenarbeit mit der TU

Die exklusive Anfrage des bayerischen Fassadenherstellers Josef Gartner, diese Stimmgabelelemente herzustellen, ließ sich der Fiber-Tech-Geschäftsführer Matthias Pfalz nicht entgehen: "Die Kombination aus filigraner Struktur und statischer Funktion war sehr anspruchsvoll", berichtet Pfalz. Punktuell holte sich das Chemnitzer Unternehmen auch bei der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz Rat.

Sandra Gelbrich, Leiterin des Forschungsbereiches "Leichtbau im Bauwesen" an der Professur, erinnert sich: "Gemeinsam mit Fiber-Tech haben wir an der Bemessung, Konstruktion und technologischen Umsetzung der organisch geformten GFK-Stimmgabeln gearbeitet." Fiber-Tech stellte die anspruchsvollen Fassadenelemente fristgemäß innerhalb eines Jahres überwiegend in Handarbeit her.

Die Elemente sind etwas ganz besonderes

"An uns hat es also nicht gelegen, dass es so lange gedauert hat", meint Pfalz mit einem Augenzwinkern zu dem verzögerten Eröffnungstermin des Hamburger Konzerthauses. Die insgesamt 104 Stimmgabeln umschließen nun die Scheiben der Loggias in Wohnungen und den Konzertfoyers zwischen dem 12. und 17. Stockwerk.

Die Fassade der Elbphilharmonie ist durch diese Bauteile eine der ersten weltweit, in denen glasfaserverstärkter Kunststoff organisch geformt und in tragender Funktion genutzt wird. "Ein Fakt und ein Chemnitzer Bezug, der bei Hamburger Stadtführungen gern erwähnt werden darf", meint Gelbrich.