Chemnitzer mit Herzblut für Kultur, Sport und Handwerk

Kai Winkler ist bekannt wie ein bunter Hund - was er anpackt, wird was

Chemnitz

Kai Winkler ist ein Chemnitzer, mit dem viele schon irgendwie irgendwo einmal zu tun hatten - sei es in der Kultur-, Musik- und Veranstaltungsbranche, im Sport oder im Handwerk. Der 47-Jährige ist sozusagen ein Tausendsassa. "Mit mir zu arbeiten, ist herausfordernd. Aber ich stecke immer ganz viel Herzblut in die Dinge, die ich anpacke", sagt er.

Frühe Jahre und Selbstständigkeit

Kai Winkler wurde 1979 in Radebeul geboren und kam mit sechs Jahren nach Chemnitz. Nach der Schule machte er Ausbildungen in einer Baufirma und zum LKW-Fahrer. 2008 startete er mit einem Reifendienst in die Selbstständigkeit, die bis heute besteht.

Musikleidenschaft und Corona-Herausforderung

Eine Liebe und Leidenschaft hatte Kai Winkler seit er denken kann für Musik. "Das AJZ war jahrelang meine Homebase", erzählt er. Parallel dazu erinnert er sich an Konzerte im illegalen Punk-Schuppen in der Biergarage Süd (BGS) oder Raves im alten Poelzig-Bau. "Die Stadt hatte diesbezüglich immer viel zu bieten", so Winkler. Einen herben Einschnitt musste er mit der Corona-Pandemie verkraften. "Das war hart, für die gesamte Kulturszene. Denn im Vergleich zur Wirtschaft wurden wir einfach vergessen", sagt er. Damals noch im Vorstand des Kulturbündnisses "Hand in Hand" machte sich Kai Winkler für die Branche stark. Er kritisierte vor allem, dass es sowohl in der Landes- als auch in der Bundespolitik kein Bewusstsein für die Kultur gibt. "Kultur ist nicht nur für Spaß und Bespaßung da, sie ist essenziell", erklärt er.

Engagement im Radsport und European Peace Ride

Nun gilt Kai Winklers Leidenschaft aber nicht nur der Kultur, sondern auch dem Sport. Genauer gesagt dem Radsport. Mit der Firma Fit4Bike wollte er vor ein paar Jahren ein Netzwerk von professionell geführten Radverleihstationen aufbauen - dann kam Corona und machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Zur selben Zeit ging es für Chemnitz um alles oder nichts in punkto Kulturhauptstadt. Da hatte Winkler eine Idee: Warum nicht das Bidbook, mit dem sich Chemnitz für den Titel Kulturhauptstadt bewarb, mit den Fahrrädern nach Berlin bringen? Gedacht - getan. "Das waren zwei abenteuerliche Tage", erinnert sich Winkler. Aus der Tour entwickelte sich schließlich der European Peace Ride (EPR), der an die Idee der Internationalen Friedensfahrt anknüpfte und zahlreiche Starter auf den Straßen versammelte. Über 220 Fahrer aus ganz Europa kamen beim European Peace Ride 2025 nach drei Etappen von Passau über Plzeň und Ústí nad Labem am 13. September in Chemnitz an. Kai Winkler ist Tourchef des EPR, der auch in diesem Jahr stattfinden soll.

Rückblick auf 2025 und Ausblick

"Ich bin größter Kulturhauptstadtfan. Und definitiv war es ein absolut grandioses Jahr, aber wir sind insgesamt ein ganzes Stück unter dem geblieben, was hätte alles noch möglich sein können", sagt Kai Winkler heute. Chemnitz habe tolle Menschen, Projekte und Initiativen zu bieten. 2025 sei der Grundstein dafür gelegt worden, dass vieles, was angeschoben wurde, überleben kann. "Bei einigen Projekten wurde wiederum zu wenig auf deren Nachhaltigkeit geschaut", sagt er weiter.

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