Chemnitzer Museum für Naturkunde zeigt eindrucksvolle Luftbildaufnahmen

Ausstellung Die Werke stammen vom Verein für Luftfahrt

Seit gestern lädt die Ausstellung "Chemnitzer Perspektiven 1925 bis 2025" im Museum für Naturkunde zur fotografischen Zeitreise mit dem Heißluftballon ein. Die Bilder stammen vom Chemnitzer Verein für Luftfahrt und sind das Ergebnis eines spannenden Prozesses, der 2013 begann. Das Ziel damals: Die Orte historischer Chemnitzer Luftbildaufnahmen erneut punktgenau mit dem Heißluftballon anfahren und jeweils ein aktuelles Foto erstellen. Eine Idee, die mit einem Zufall begann: "Mir ist irgendwann eine Schrägbildaufnahme meines Großvaters - er war ebenfalls Ballonfahrer - in die Hände gefallen. Durch Zufall fuhren wir später mit dem Ballon fast genau diese Position an und erstellten erneut ein Foto", erzählt der Vereinsvorsitzende Christian Köhler. "Beim Ineinanderlegen der beiden zeitversetzten Aufnahmen am Computer waren wir sprachlos und begeistert." Die Idee war geboren, eine umfassende Foto-Recherche sollte folgen.

Neue Software unterstützt die Kunst

Dank neuester Software-Programme berechneten die Mitglieder des Vereins schließlich die Abstände zu den Fotomotiven, die sich durch die geografischen Längen- und Breitengrade sowie die Höhe ergaben. Christian Köhler: "Anfangs dachten wir noch, wir könnten in etwa die gleiche Position anfahren. Doch der Aufnahmeort im dreidimensionalen Raum muss ziemlich exakt getroffen werden. Ein kompliziertes Unterfangen, wenn die Richtung beim Ballonfahren alleine der Wind vorgibt. "Deshalb zählt die Anfahrt eines Punktes im dreidimensionalen Raum zu den spannendsten Aufgaben im Ballonsport", erläutert Köhler. So benötigten die Vereinsmitglieder für einige Bilder bis zu zehn Versuche. Nach sieben Jahren und über 150 Fahrten sind mehr als 60.000 Bilder entstanden. Das Ergebnis ist bis zum 10. Januar zu den Öffnungszeiten des Museums kostenfrei zu besichtigen.