Chemnitzer Ortsteile werden zur Festtagsbühne

Stadtjubiläum 70 Projekte zum 875. Chemnitz-Geburtstag stehen

chemnitzer-ortsteile-werden-zur-festtagsbuehne
Foto: Gmvozd/Getty Images

Ein klein wenig Überforderung klang durch: "Wir hatten mit einem anderen Pensum gerechnet", gab Lucia Schaub zu, die bei der Chemnitzer Wirtschaftsförderung (CWE) für die Vorbereitungen des Stadtjubiläums "875 Jahre Chemnitz" im kommenden Jahr zuständig ist.

Über 280 Ideen und 150 Projektskizzen

Dazu waren Bürger, Vereine und Initiativen aufgerufen, Projektideen einzureichen - und sie folgten durchaus zahlreich: Über 280 Ideen und 150 konkretere Projektskizzen seien seit April 2016 zusammengekommen, so Schaubs Vorgesetzte Susan Endler - die zu koordinieren sei eine "enorme Herausforderung".

Die ersten 70 Projekte für 2018 sind nun aber herausgefiltert: So will das Universitätsarchiv gemeinsam mit der TU eine Vortragsreihe zur Geschichte der Aktienspinnerei und all ihrer verschiedenen Nutzer auf die Beine stellen - am liebsten auf der Baustelle der künftigen Uni-Bibliothek selbst: "Die TU gibt der Stadt ein Gebäude zurück", sagte Archivleiter Stephan Luther.

Die Ortsteile werden zur Festtagsbühne

Chemnitzer Amateurfunker wollen bei der Bundesnetzagentur ein signifikantes Rufzeichen "DM875C" beantragen - als bundesweite Werbung für das Stadtjubiläums. Auf dem Sonnenberg soll eine Ausstellung zur Prostitution in Chemnitz entstehen, an der Zentralhaltestelle Sound-Collagen mit Geschichten Chemnitzer Bürger zu hören sein, am Schlossberg ein "Klostersommer" gefeiert werden.

Insgesamt sei das Ziel, in Alltagswelten vorzustoßen, Akteure in den Stadtteilen zu vernetzen und die Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt zu stellen, so CWE-Chef Sören Uhle. Deshalb sind auch die aktuell 70 Projekte noch nicht der letzte Stand - man könne weiterhin Ideen einbringen.

Die Ampeln stehen auf Grün

Ursprünglich waren für das Jubiläumsjahr 50 Projekte im Wochenrhythmus geplant gewesen. Dass es nun deutlich mehr werden, sprengt aber noch nicht das Budget: Die für die Projekte eingeplanten 250.000 Euro würden durch Eigenmittel der Projektträger und mit Geldern aus der Kulturförderung ergänzt: "Momentan haben wir an unserer Finanzplanung einen grünen Haken", sagte Susan Endler.

Darüber hinaus wird auch weiter am Plan eines zentralen Jubiläumsereignisses festgehalten: "Wir wollen alle Projekte auch noch einmal in einem Event zusammenführen - gegebenenfalls docken wir dabei auch an eine andere Veranstaltung an, die 2018 im Kalender steht", so Endler.