Chemnitzer Pilz einzigartig

Sensation Neu beschriebene Art heißt Paratrichophaea chemnitziensis

Er ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen, wird nur knapp fünf Millimeter groß und zeigt sich erst wirklichen Experten. Am Dienstagabend war er denn auch der Höhepunkt der Veranstaltung "Neues aus der Welt der Pilze" in der Naturschutzstation in der Adelsbergstraße. Ist er doch eine echte Sensation, weil weltweit bislang nur in Chemnitz gefunden. Daher erhielt er nun den Namen Paratrichophaea chemnitziensis P. Welt. Entdeckt hat den kleinen Becherling Peter Welt, Vereinsvorsitzender der Pilzfreunde Chemnitz e.V. Der Name ist eine Reminiszenz an seine Heimatstadt, und diese kann nun stolz auf ein weiteres Unikat sein. Ob es den Tourismus nachhaltig fördert, bleibt abzuwarten. Die Neugier der Besucher der Veranstaltung am Dienstag war in jedem Fall befriedigt, wurden ihnen doch in Chemnitz sich ausbreitende, seltene und neue Pilzarten im Bild gezeigt und erklärt. Die meisten der rund 50 vorgestellten Spezies gehören zur künstlichen Gruppe der Großpilze. Darunter Neufunde für Chemnitz, Sachsen, Deutschland aber auch Europa, wie Suillus caerulescens Smith & Thiers (Blauender Schmierröhrling). Dieser konnte seit einigen Jahren von Wolfgang Lißner auf dem städtischen Friedhof an der Reichenhainer Straße unter Douglasien belegt, aber erst jetzt bestimmt werden. Ehrenmitglied Bernd Mühler stellte rund 35 kleinere Vertreter dieser Gruppe von Organismen vor, die einen Einblick in die spannende Vielfalt der Farben und Formen von Pilzen ermöglichten. Die Pilzfreunde Chemnitz untersuchen und erfassen regelmäßig vorgegebene Gebiete pilzfloristisch für die Naturschutzbehörde, so etwa wenn Gebiete unter Schutz gestellt werden sollen. Treffpunkt ist jeweils am zweiten Montag im Monat um 18.30 Uhr in der Naturschutzstation in der Adelsbergstraße 192.