Chemnitzer Stadtratswahl: Digitale Wahlhilfe "Voto" startet

Politik Chemnitzer Professuren entwickelten 36 Thesen - alle Parteien haben Stellung bezogen

Chemnitz. 

Chemnitz. Wofür macht sich eine Partei stark? Was lehnt sie ab? Um auf der Suche nach Antworten nicht alle Wahlprogramme wälzen zu müssen und dennoch eine Entscheidungshilfe zu erhalten, nutzen Bürgerinnen und Bürger vermehrt den Wahl-O-Mat - eine internetbasierte Wahlentscheidungshilfe für Bundes- und Landtagswahlen, die seit 2002 von der Bundeszentrale für politische Bildung betrieben wird. Zwei politikwissenschaftliche Professuren der TU Chemnitz haben jetzt ein parteipolitisch neutrales Wahlhilfe-Tool für die Stadtratswahl in Chemnitz am 9. Juni entwickelt.

 

Prinzip des bekannten Wahl-O-Mat

Seit dieser Woche ist das Wahlhilfe-Tool "Voto" online und kann von allen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Voto funktioniert so ähnlich wie der von den Bundes- und Landtagswahlen bekannte Wahl-O-Mat. Die zur Wahl antretenden Parteien konnten zu 36 verschiedenen Thesen rund um die Wahl Stellung nehmen. Alle Bürgerinnen und Bürger, die Voto nutzen möchten, können sich zu diesen Thesen ebenfalls positionieren. Am Ende erhalten sie eine Auswertung, mit welcher Partei sie wie stark übereinstimmen. Zudem ist es möglich, sich im Anschluss die Positionierungen der einzelnen Parteien und deren Erklärungen anzusehen.

 

Chemnitz-spezifische Thesen entwickelt

Initiiert wurde "Voto" von Wissenschaftlern an der TU Darmstadt, die deutschlandweit nach lokalen Kooperationspartnerinnen und -partnern gesucht haben. Für die TU Chemnitz haben Dr. Benjamin Höhne, Inhaber der Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich, und Prof. Dr. Eric Linhart, Inhaber der Professur Politische Systeme, das lokale Voto-Tool mit Leben gefüllt. "Insbesondere mussten hierfür Chemnitz-spezifische Thesen entwickelt werden. Dafür haben wir die lokalen Wahlprogramme der Parteien studiert und Artikel der Lokalpresse gesichtet. Anschließend haben wir den Kontakt zu den Parteien vor Ort hergestellt und sie zur Mitwirkung eingeladen", sagt Höhne.

 

Parteien haben zu 36 Thesen Stellung bezogen

Das habe erfreulicherweise gut funktioniert. Inzwischen haben alle zehn Parteien, die bei den Chemnitzer Stadtratswahlen antreten, zu den Thesen Stellung genommen. Linhart ergänzt: "Uns ist wichtig zu betonen, dass Voto parteipolitisch neutral ist. Dass man Thesen zustimmt oder sie ablehnt, ist beides zulässig. Unabhängig davon haben wir darauf geachtet, dass die Zustimmung zu Thesen auch ausgewogen linke und rechte Positionen beinhaltet." Das Wahlhilfe-Tool "Voto" ist kostenlos und verfolgt keine kommerziellen Interessen.

Hier geht es zur App

Hier geht's zum Wahlhilfe-Tool "Voto": https://app.voto.vote/chemnitz

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