Chris Löwe erlebt im Wembley-Stadion sein Sommermärchen

Fußball Ehemaliger CFC-Spieler steigt in Premier League auf

Chris und Ehefrau Monique Löwe mit dem Siegerpokal der Aufstiegsrunde. Foto: privat / Pressebüro Repert

Chemnitz/Plauen. Das ist vermutlich eine der verrücktesten Geschichten des Jahres. Chris Löwe ist mit der Huddersfield Town in die englische Premier League aufgestiegen. Und der 27-jährige Plauener war vor 76.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion einer der Helden im Elfmeterschießen. Huddersfield gewann 4:3.

"Es war einfach nur Wahnsinn"

Mucksmäuschenstill war es im Mutterland des Fußballs. Chris Löwe, der einstige Linksverteidiger vom Chemnitzer FC, er war in diesem legendären Tempel der erste Schütze. Gegen den FC Reading hatte sich Huddersfield Town zuvor in diesem Endspiel der Aufstiegsrunde ein 0:0-Unentschieden erkämpft.

"Ein Elfmeterschießen ist immer brutal. Aber ich habe nicht groß nachgedacht. Ich wollte einfach nur, dass wir in Führung gehen!" Dann trat Chris Löwe an. Auf der Tribüne konnte Ehefrau Monique kaum zuschauen. "Ich bin fast gestorben vor Aufregung. Dieser unglaublich große Druck. Es war einfach nur Wahnsinn."

Coole Socke

Chris Löwe - diese "coole Socke", wie ihn seine Fußballkumpels immer mal wieder titulieren - er brachte das Leder eiskalt im linken Eck unter. "Im Halbfinale hatten wir ja das Elfmeterschießen gegen Sheffield Wednesday gewonnen. Da habe ich die rechte Ecke genommen. Also war es besser, die Ecke zu wechseln", lachte der doppelte 1:0-Torschütze am Telefon. Diese beiden Elfmeter, es waren die wichtigsten Tore seines Lebens. Und Ehefrau Monique hat vor Freude geweint.

Großer Aufstiegs-Umzug durch Huddersfield

Am Dienstagnachmittag kehren die Helden aus London zurück. Dann feiert Huddersfield die Aufsteiger zur Premier League mit einem Festumzug. Chris Löwe darf nach 47 Einsätzen in dieser Saison den Lohn ernten für ein vollkommen verrücktes Jahr.

Rückblick: "Huddersfield kämpfte vergangenes Jahr gegen den Abstieg aus der 2. Liga. Dass wir in die Premier League aufsteigen würden, das war noch vor einem Jahr vollkommen undenkbar", blickt Chris Löwe zurück. Er selbst hatte im Sommer 2016 bei seinem Heimatverein Wacker Plauen ein paar Trainingseinheiten absolviert, um nach Verletzung wieder in Schwung zu kommen. Der Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern nach England, es war die richtige Entscheidung.

Der Aufstieg in Zahlen und Fakten

Der gebürtige Plauener hatte bis zu seinem 13. Lebensjahr beim 1. FC Wacker (1996 bis 2002) gespielt. Dann wechselte das Nachwuchstalent zum Chemnitzer FC (2002 bis 2011). Mit den "Himmelblauen" gelang der Aufstieg in die 3. Liga und nach neun Jahren CFC holte Meistertrainer Jürgen Klopp den kleinen Löwe zur großen Borussia nach Dortmund (2011 bis 2013).

In der Bundesliga musste sich der Linksverteidiger als Ersatzmann für Nationalspieler Marcel Schmelzer mit Kurzeinsätzen begnügen. Deutscher Meister und Pokalsieger wurde Löwe 2012 aber trotzdem. Seit Januar 2013 spielte Löwe für den 1. FC Kaiserslautern. Für die "Roten Teufel" absolvierte er 99 Zweitliga-Spiele (4 Tore) und war für einige Wochen Mannschaftskapitän.

Das FCK-Angebot zur Vertragsverlängerung hatte Löwe im April 2016 abgelehnt. Er wechselt ablösefrei nach England. Den Kontakt zu Huddersfield Town stellte der dortige Trainer David Wagner her. "Das war in meiner Dortmunder Zeit der Trainer der Amateurmannschaft. Wir verstehen uns ganz gut", berichtet Löwe.

Aufstiegsambitionen in die Premier League hatte der Fußballclub aus Huddersfield - die Großstadt liegt zwischen Manchester und Leeds - im vergangenen Sommer übrigens keine. Von den 24 Vereinen, die in der zweiten Liga starten, gehört Huddersfield vom Saisonetat her ins untere Viertel. kare