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Corona: Tests für alle - aber bitte mit Geduld

Schnelltests Warum die Umsetzung der Corona-Testverordnung so schleppend läuft

Seit dieser Woche hat in Deutschland jeder Bürger Anspruch auf einen Schnelltest pro Woche. Das sieht der aktuelle Entwurf der Corona-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor. Neben Ärzten und Testzentren, die von den kassenärztlichen Vereinigungen betrieben werden, können unter anderem auch Apotheken, private Testzentren und andere Leistungsanbieter Corona-Schnelltests anbieten und abrechnen. Zu den Voraussetzungen gehören eine regelmäßige Belüftung und Wartebereiche mit Mindestabstand. Mit den sogenannten Point-of-care (PoC)-Antigen-Tests sind Testungen auf SARS-CoV-2 möglich, ohne dass dafür ein Labor beauftragt werden muss. Das Prinzip ähnelt einem Schwangerschaftstest, das Testergebnis liegt in weniger als 30 Minuten vor. Erst bei einem positiven Testergebnis wird direkt im Anschluss ein sogenannter PCR-Test durchgeführt und an das Labor übermittelt.

KBV warnt vor falschen Erwartungen

Der Ausbau der Testmöglichkeiten sei ein wichtiger Schritt, um die Ausbreitung und Entwicklung des Virus in Deutschland besser kontrollieren zu können, sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Allerdings würden in der Bevölkerung Erwartungen geweckt, die aktuell und vor allem nicht "von jetzt auf gleich" erfüllt werden könnten. Keiner dürfe erwarten, dass die Praxen jetzt massenhaft Tests vorrätig haben und sofort jeden testen können, der vorbeikommt. Für ein entsprechendes Testangebot müssten daher zusätzlich gesonderte Versorgungsangebote durch den Staat geschaffen werden.

Straffes Hygienekonzept bei Testungen

In Sachsen herrscht noch Unklarheit darüber, wie und wo die kostenlosen Corona-Schnelltests konkret erfolgen sollen. In den Apotheken werden sie dem Apothekerverband zufolge jedenfalls nur vereinzelt möglich sein. "Wir gehen davon aus, dass nur eine geringe zweistellige Prozentzahl der rund 950 Apotheken in Sachsen dieses Angebot machen können", sagte Verbandssprecherin Kathrin Quellmalz am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei ein straffes Hygienekonzept, das einen separaten Zugang sowie einen eigenen, gut belüfteten Raum für die Testungen vorsieht. Viele Landkreise und kreisfreie Städte in Sachsen haben aber bereits reagiert und ihre Testkapazitäten erweitert. Versorgt werden sie fürs Erste mit Schnelltests aus der Landesreserve. Weitere Bestellungen wurden laut Ministerium vom Freistaat bereits aufgegeben. Der Bund, der die Test-Kosten übernimmt, hat sich darüber hinaus Anfang März mindestens 800 Millionen Schnelltests für dieses Jahr gesichert. Die Bundesregierung rechnet für die Umsetzung der Teststrategie mit eine Summe im dreistelligen Millionenbereich pro Monat.

Haus- und Fachärzte als "Game Changer"

Der vermehrte Einsatz von Schnelltests sei grundsätzlich gut, dürfe aber nicht zu einer falschen Sicherheit bei den Menschen führen, meint Andreas Gassen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. "Der eigentliche Game Changer werden die Praxen der niedergelassenen Haus- und Fachärzte sein. Sie müssen schnell in die Impfkampagne eingebunden werden. Das hat Politik im Grundsatz auch erkannt", führte er aus. "Das Impfen in vertragsärztlichen Praxen ist tägliche ärztliche Routine und vor allem dann schnell, wenn die Rahmenbedingungen unbürokratisch sind und man die Praxen machen lässt. So und nur so kommen wir voran."

Tipp: Übersicht der von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen betriebenen Praxen und Testzentren