Cortese und Unger sagen Servus

Lob "Ohne ihn wäre ich nicht Weltmeister geworden"

Es war das große Finale der Saison 2012 im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft im spanischen Valencia. Große Gefühle entwickelten sich, als Weltmeister Sandro Cortese sein letztes Rennen in der Klasse Moto3 als Zweiter beendet hatte. Einer, der das Geschehen mit viel Anteilnahme und auch mit einer kleinen Träne in den Augen verfolgte, war der Oberlungwitzer Patrick Unger, der wusste, dass er mit diesem Tag etwas Großes erlebte, denn "wenn drei deiner Schützlinge ganz oben stehen, geht das schon an die Substanz", meinte der Chefmechaniker vom österreichischen KTM-Werksteam. "Wenn sich dann in so einer Stunde noch einer deiner Fahrer verabschiedet, dann hast du so deine Probleme", so Unger, denn der Berkheimer Sandro Cortese wechselt in ein anderes Team, in die Klasse Moto2 und sagte in Spanien "Servus". Zwischen dem Sachsen und Schwaben hatte sich in den letzten Jahren ein herzliches Verhältnis entwickelt und dabei eine zeitliche Abfolge in der täglichen Arbeit herausgebildet, wie Cheftechniker und Diplomingenieur Unger das formulierte. Nach den jeweiligen Freitag-Trainingsausfahrten bis zum Rennen am Sonntag werden zwischen Unger und Cortese die ersten Erfahrungen ausgetauscht, diskutiert und bis in den Abend hinein Schritte festgelegt, die der Verbesserung des Motorrades dienen. "Aber auch mit Sandro über Gott und die Welt zu plauschen, das funktioniert", meinte der Sachse. Dass dieser und sein pflegeleichter Schützling miteinander gut zurechtkamen, zeigte sich auch im oftmaligen Telefonieren zwischen den Rennen. "Mit Patrick läuft das Geschäft. Einen besseren Partner konnte ich mir kaum vorstellen - ich hatte volles Vertrauen in ihn als Kameraden und als Fachmann. Ohne ihn wäre ich nicht Weltmeister geworden", sagte der KTM-Werksfahrer und überreicht dem Sachsen damit ein wunderschönes Kompliment.