CVAG-Sprecher Stefan Tschök verabschiedet sich nach 22 Jahren

Menschen Stefan Tschök tritt seinen Ruhestand an - Ruhiger wird es trotzdem nicht

Wie fangen wir mit dieser Geschichte am besten an? Vielleicht mit einem kleinen Einblick in den Alltag eines Redakteurs: Es gibt nämlich Pressesprecher, die machen einfach ihren Job - das Unternehmen in der Öffentlichkeitsarbeit nach außen zu vertreten. Und es gibt Pressesprecher, denen merkt man an, dass der Beruf eine Berufung ist. Diese Exemplare haben auf alle noch so spontanen Fragen stets die passenden Sätze als Antwort parat. Bei Stefan Tschök wurden aus Sätzen nicht selten lange Monologe und als Redakteur stand man dann vor der schwierigen Aufgabe, diese in ein aussagekräftiges Zitat zu verpacken.

22 Jahre Revue passieren lassen

Im Gegenzug vermittelte der CVAG-Sprecher einem immer das Gefühl, gerade der wichtigste Gesprächspartner zu sein und manchmal mündete der Dialog auch in einen - für Journalisten ganz unprofessionellen - privaten Plausch. So war er eben, bis zum vergangenen Freitag. Nach 22 Jahren bei der Chemnitzer Verkehrs AG verabschiedete sich der gelernte "Diplom-Ingenieur Ökonom in der Spezialisierungsrichtung Verkehrswesen" in den Ruhestand. In den Räumen der Chemnitzer Parkeisenbahn ließ er die Zeit mit einigen Anekdoten noch einmal Revue passieren. "Dass ich 1998 zur CVAG gekommen bin, mutet heute fast zufällig an", erinnerte sich der 63-Jährige. "Bei der CVAG wurde zum damaligen Zeitpunkt ein Vorstandsassistent gesucht und ich war zwar in Lohn und Brot, aber nicht sonderlich glücklich. Eine ehemalige Kollegin wusste das und schickte mir kommentarlos die Stellenausschreibung." Stefan Tschök setzte sich unter 70 Bewerbern durch, war bis 2003 Vorstandsassistent und anschließend 17 Jahre lang Pressesprecher und Marketingleiter.

Tschök zeigt nun Engagement für die Stadt

Vor allem eine Phase sei ihm nachhaltig im Gedächtnis geblieben. "Im Frühjahr 2008 haben wir nach einer langen Planungsphase und intensiver öffentlicher Diskussion ein völlig neues Netz in Betrieb genommen. Die Notwendigkeit ergab sich aus der Tatsache, dass sich natürlich seit der Wende die Stadt entwickelt hatte. Es gab neuen Bedarf, andere Linien hatten dagegen ihre Wichtigkeit verloren. Ich weiß noch, dass die Nerven in den letzten Stunden damals blank lagen aber gemeinsam haben wir diese umfängliche Netzumstellung mit Bravour gemeistert." Nicht weniger konsequent wird er seine Pläne für die Zeit danach verfolgen, denn Stefan Tschök ist ein umtriebiger Mensch. Er will sich noch mehr in den Chemnitzer Bewerbungsprozess zur Kulturhauptstadt einbringen und in der Lehrausbildung einige Kurse Öffentlichkeitsarbeit übernehmen.

"Darüber hinaus liegen noch Manuskripte angefangen zu Hause, die wollen auch zu Ende geschrieben werden", blickt er voraus. "In meiner Funktion als Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes der Kommunikatoren werde ich mich auch stärker einbringen können. Sieht so aus, als wenn es nicht langweilig werden würde." Und nicht einmal am ersten Tag seines Ruhestandes denkt er ans Ausschlafen. Wenn das Wetter passt, drehe er eine Runde mit dem Rad "und ganz sicher werden ein ausgedehntes Zeitungsstudium und auch ein Griff zu einem guten Buch dazugehören." Ob er irgendwann mit Bus und Bahn fahren kann, ohne als Pressesprecher zu denken? "Den 'Innenblick' werde ich nach so langer Zeit wahrscheinlich nie ganz los", antwortet er - ganz ungewöhnlich - kurz und knapp. Der BLICK wünscht Ihnen, lieber Stefan Tschök, alles Gute für die Zukunft.

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