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Das Kneipensterben geht weiter

SzenelokalBetreiber des Subway to Peter gibt Schließung bekannt

Fast 23 Jahre war die Musikkneipe Subway to Peter auf der Peterstraße eine feste Adresse, wenn es um Konzerte in besonderer Atmosphäre mit Bands aus der ganzen Welt ging. Nun ist bald Schluss damit. Wie der Betreiber am Mittwoch mitteilte, soll der Keller zum 29. Juli schließen.

Von Fassungslosigkeit bis hin zur Wut

Schulden und laufende Kosten seien nicht mehr zu bezahlen, heißt es in der Begründung. "Irgendetwas stimmt nicht mit dieser Stadt, wenn nacheinander vier bekannte Bars zu machen", so das Subway-Team.

Erst Ende Mai gab Gastronom Danny Szillat das Aus der drei Lokale Flowpo, Absintheria und Hopfenspeicher bekannt. Die Reaktionen im sozialen Netzwerk Facebook auf die Ankündigung der Schließung des Subway to Peter reichen dementsprechend von Fassungslosigkeit über Trauer bis hin zu Wut. Von einem Stück Kulturgut, das nun gehe, ist beispielsweise die Rede. Die Stadt wird von einigen auch als Rentnerstadt bezeichnet und der Titel "Stadt der Moderne" infrage gestellt.

Einnahmen durch das "Hut-Prinzip"

1995 wurde die Musikkneipe im Gewölbekeller von Mario Forberg gegründet. Er wollte mit seinem Domizil "einen neuen bunten Punkt auf dem Sonnenberg" schaffen. Mehrmals in der Woche traten seitdem Bands aus den unterschiedlichsten Genres, wie Punk, Rock oder Elektro, aus der ganzen Welt auf. Einen Eintrittspreis für seine Bands erhob Mario Forberg, der vor zwei Jahren das Lokal an den jetzigen Betreiber übergab und nach Dresden zog, nicht.

Er verließ sich auf das "Hut-Prinzip": Nach dem Konzert wurde ein Hut herumgereicht, in den die Besucher Geld werfen konnten. Die meisten Gäste hätten das Konzept zu schätzen gewusst und auch mal ein paar Euro mehr eingeworfen, so Forberg. Doch genau diese Gäste seien in den letzten Jahren ausgeblieben. Da nützte auch der gute Ruf der Kneipe bei Bands weit über die Stadtgrenzen hinaus nichts mehr.



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