Das Spülmittel für den Kriminaltechniker

Industriemuseum Fit und Fewa spielen eine besondere Rolle in der neuen Sonderausstellung

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Das Waschmittel Fewa und das Spülmittel Fit spielen eine Rolle bei der neuen Sonderausstellung im Industriemuseum, die am 1. Juni eröffnet wird. Foto: Dirk Hanus/Industriemuseum

Im Industriemuseum wird derzeit die neue Sonderausstellung "Das Herz von Chemnitz. 220 Jahre Industriekultur", die am 1. Juni eröffnet wird, vorbereitet.

Der Beitrag des Museums zum 875-jährigen Stadtjubiläum stellt die Herausforderungen und Leistungen der Chemnitzer Arbeiter, Ingenieure, Erfinder und Unternehmer von 1798 bis heute in den Fokus.

Das erste Feinwaschmittel der Welt

Das Herz der Ausstellung bilden 13 Geschichten "Made in Chemnitz", mit welchen die Besucher Erstaunliches zu heute noch bekannten und unbekannten Chemnitzer Pionierleistungen erfahren.

Zwei Exponate, die in fast allen Haushalten schon einmal zu finden waren oder noch zu finden sind, widmen sich zum Beispiel dem Aspekt der Reinheit und Sauberkeit - das Waschmittel Fewa und das Spülmittel Fit.

Fewa wurde 1932 in Chemnitz von dem Chemiker Heinrich Bertsch entwickelt. Er erfand damit das erste Feinwaschmittel und zugleich das erste vollsynthetische Waschmittel der Welt.

"Noch vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Fewa zum zweiterfolgreichsten Waschmittel hinter dem Marktführer Persil", erzählt Jürgen Kabus, der Kurator der neuen Sonderausstellung. Mitte der 1930er Jahre kam die später berühmte Werbefigur "Johanna" zum Einsatz, die auch nach dem Krieg in Ost und West bekannt war.

Mordfälle mit Spülmittel aufgeklärt

Das zweite Exponat aus der Reinigungsmittelserie, auf das in der Sonderausstellung ein Schlaglicht fällt, ist das Spülmittel Fit. Die meisten Chemnitzer wissen, dass die Fit-Flasche dem "Roten Turm" am damaligen Produktionsstandort Karl-Marx-Stadt nachempfunden ist. Doch wer weiß schon, dass das Spülmittel bei der Aufklärung von Mordfällen eine Rolle spielte?

"Kriminaltechniker nutzten die besondere Zusammensetzung des Spülmittels für den Nachweis von verwischten, für das menschliche Auge unsichtbaren Blutspuren", erklärt Jürgen Kabus. Heute werden noch um die 1,5 Millionen Fit-Flaschen pro Monat produziert.