Das Wort zum Sonntag: Nichts ist mehr weit weg

Kirche von Pfarrerin Astrid Kühme

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Astrid Kühme, Pfarrerin Foto: Sven Gleisberg/Archiv

Die frühlingswarme Erde ist ein Geschenk. Viele Seelen blühen auf, wenn der Winter schmilzt und wieder Knospen treiben. Diese Schönheit ist aber gefährdet. Wenn noch nicht bei uns, dann vielleicht in Peru, wo gerade die schlimmsten Überschwemmungen seit Bestehen des Landes zu beklagen sind und Experten das auf die Erderwärmung zurückführen.

Beim Beklagen spüren wir womöglich auch, was von Beginn der Schöpfung an so gedacht war: Wir sind eine Erde, eine Schöpfung. Ein "Weit-weg-Gefühl" hat es vielleicht einmal gegeben, gibt es heute aber nicht mehr. Jeder und jede trägt mit dem eigenen Leben dazu bei, die Erde seufzen zu machen oder erblühen zu lassen.

Nichts ist mehr weit weg, sagen Forscher. Es gibt Welt-Zusammenhänge im Leben alles Lebendigen, die wir uns vor Jahren noch nicht einmal hätten träumen lassen. Wir lernen: Wir sind eine Welt.

Wie ich einkaufe, was ich esse, wie ich mich fortbewege, wohin ich reise, wie ich heize, welche Kleidung ich trage - diese und ähnliche Fragen haben eine Wirkung auf die Gesamtheit unseres Planeten. Trage ich dazu bei, dass dieser unter mir seufzt? Oder achte ich auf meine Art zu leben? Weil es eben auch auf mich ankommt!

Möge es so gut sein, dass auch die Menschen nach uns freudig einstimmen (Psalm 104,4): Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet.