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Dem Handspiel folgte noch die Dopingkontrolle - im Rückspiel wurde Kujat zum Helden

portrait Übeltäter hatte vor dem Rückspiel eine schlechte Woche

Die Verdienste des Fußball-Spielers Martin Przondziono sind sicherlich unbestritten, wenngleich sein deutschlandweiter Bekanntheitsgrad überschaubar sein dürfte. Doch für die Fans des Chemnitzer FC hätte der heute 50-Jährige in Summe der beiden Relegationsduelle fast zu einer Schlüsselfigur werden können. Denn im Hinspiel traf der Mittelfeldakteur im Trikot des VfL Osnabrück in der 34. Minute vom Elfmeterpunkt zum 1:0 und markierte so das Tor des Tages. Doch die Entstehung des Treffers hatte eine Vorgeschichte. Denn der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, weil ein Chemnitzer Spieler den Ball zuvor eindeutig mit der Hand gespielt hatte. Der Übeltäter war Ronny Kujat. "Ich weiß heute noch nicht, warum ich das gemacht habe. Zudem war es ein Spiel, in dem uns Osnabrück nicht an die Wand gespielt hat. Es wäre also durchaus möglich gewesen, mit einem 0:0 nach Hause zu fahren", blickt Kujat zurück. Nach dem Spiel wurde der Frust beim Chemnitzer "Handballer" noch größer. "Ich musste zur Dopingkontrolle, das hat sehr lange gedauert. Die Mannschaft fuhr dann schon mal mit dem Bus los, ich folgte dann irgendwann im Auto des Mannschaftsarztes", erzählt der Spieler. Die Woche bis zum Rückspiel in Chemnitz war dann nicht schön. "Um es mal ganz deutlich zu sagen: Ich war ein paar Tage der Arsch!"

Vom "Arsch" zum Aufstiegsheld

Im Rückspiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga saß Ronny Kujat bis zur 54. Minute auf der Bank. Dann schickte ihn Trainer Christoph Franke auf den Rasen, 20 Minuten später machte der gebürtige Torgauer das entscheidende Tor zum 2:0. "Und das habe ich gerade noch mit meinem schwachen linken Bein erzielt", sagt der 44-Jährige. Er spielte vor seiner Station in Chemnitz beim VfB Leipzig, blieb nach dem Aufstieg 1999 noch zwei Jahre beim CFC. Seine Karriere ließ er 2010 bei RB Leipzig ausklingen.

Dem Fußball treu geblieben

Heute ist er als Scout bei Werder Bremen beschäftigt, wohnt aber in Leipzig. "Ich bin für die Bereiche im Osten Deutschlands, aber auch in Tschechien und Polen zuständig", verrät der ehemalige Offensivspieler. So steht er mit der Führungsspitze des Bundesligisten, insbesondere mit Sportchef Frank Baumann, in regelmäßigem Austausch.

Mit seinen Ex-Teamkollegen vom Chemnitzer FC pflege er regelmäßigen Kontakt. "Es ist zwar nicht so, dass wir jeden Sonntag miteinander Kaffee trinken. Aber ein bis zweimal im Jahr sehen wir uns schon und quatschen über alte Zeiten. Dabei ist Torsten Bittermann immer wieder der Initiator", sagt Kujat.



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